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Flüchtlinge: Die Zahl der Zuweisungen für die Stadt Bielefeld halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals. Die Herausforderungen bleiben dennoch groß. - © Symbolfoto: Andreas Frücht
Flüchtlinge: Die Zahl der Zuweisungen für die Stadt Bielefeld halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals. Die Herausforderungen bleiben dennoch groß. | © Symbolfoto: Andreas Frücht

Bielefeld So viele Flüchtlinge leben inzwischen in Bielefeld

Flüchtlinge: 606 Zuwanderer kamen 2017. Die Zahl der Zuweisungen hat sich im vergangenen Jahr mehr als halbiert.

Jens Reichenbach
17.02.2018 | Stand 17.02.2018, 10:38 Uhr

Bielefeld. 2015 hatte die Stadt Bielefeld die Herausforderung zu stemmen, innerhalb kürzester Zeit 3.397 Flüchtlinge unterzubringen. Mit dem Schließen der Fluchtwege in Nahost gingen auch die Zuweisungen für Bielefeld zurück. 683 Flüchtlinge kamen 2016 noch in die Stadt - das sind geringfügig mehr als 2014. Wie das Sozialamt nun mitteilte, sank die Zahl der Zuweisungen 2017 nochmals deutlich. Demnach kamen zuletzt nur noch 304 neue Flüchtlinge in die Stadt, dazu kamen 302 Personen im Rahmen des Familiennachzugs. Insgesamt leben aktuell 7.838 Flüchtlinge in der 330.000-Eiwohner-Stadt Bielefeld. Frauen Während in der heißen Phase der Flüchtlingsaufnahme etwa zwei Drittel der Ankömmlinge Männer waren, ist der Anteil der geflüchteten Frauen und Mädchen kontinuierlich gestiegen: im vergangenen Jahr auf 42,1 Prozent, heißt es. FAMILIEN Auch sei der Anteil der Familien und Kinder im Vergleich gestiegen: 2015 gehörten 38 Prozent der Personen einer kompletten Flüchtlingsfamilie an, im Jahr 2015 stieg dieser Anteil auf 48 Prozent. HERKUNFT Weiterhin kommen die meisten Flüchtlinge aus Bürgerkriegsländern. Gut 31 Prozent der zugewiesenen Flüchtlinge in Bielefeld kamen 2017 aus Syrien, 28 Prozent aus dem Irak. Hier hat sich der Schwerpunkt im Vergleich zum Vorjahr gedreht. 2016 war der Anteil der Iraker höher (37,3 Prozent) als der der Syrer (19,2). 5,6 Prozent der Flüchtlinge kamen aus Nigeria, 4 Prozent aus Afghanistan. An fünfter Stelle folgen mit 3 Prozent die Zuwanderer aus Georgien. Aus den Maghreb-Staaten Marokko und Algerien kamen zusammen 2,6 Prozent. FAMILIENNACHZUG 699 Visaanträge registrierte die Stadt zum Thema Familiennachzug aus Syrien und Irak. 302 Personen davon sind tatsächlich auch gekommen, 191 davon waren minderjährig. Seit 2016 zählte die Behörde knapp 900 Familiennachzüge. Zwei Drittel der Nachzügler waren minderjährig. Das Sozialamt schreibt dazu: "Dieser Umfang ist eine Herausforderung für die Stadt, aber im Vergleich zu 2015 läuft das Verfahren wohlgeordnet ab." Zumal die Zusammenführung der Familien häufig zu einem "Integrationsschub" geführt habe. Große Sorgen würden damit von den Schultern der Geflüchteten genommen. GEFLÜCHTETE INSGESAMT Damit leben aktuell (Stand: 1. Januar 2018) 7.838 Flüchtlinge in Bielefeld. 5.982 davon mit anerkanntem Asyl oder Flüchtlingsschutz. 1.142 Personen stecken noch in ihrem Asylverfahren. Ein Jahr zuvor waren noch 2.894 Asylbewerber ohne Bescheid. 699 Flüchtlinge werden in Bielefeld geduldet, obwohl ihre Asylanträge abgelehnt wurden oder ihre Einreise illegal erfolgte. Bei ihnen ist aktuell allerdings eine Abschiebung nicht möglich. UNTERKÜNFTE Aktuell leben nur noch 530 Menschen in den großen Unterkünften der Stadt. Deshalb werde die Containerunterkunft in Brake (Herforder Straße) im Frühjahr 2018 aufgegeben. Weitere Schließungen sind zu erwarten. So soll der Standort an der Ernst-Rein-Straße für Wohnungslose genutzt werden. SPRACHFÖRDERUNG Inzwischen erfahren in Bielefeld 197 geflüchtete Kita-Kinder eine zusätzliche Sprachförderung in insgesamt 39 Kitas. Die Kosten dafür sind von 100.000 auf 170.000 Euro gestiegen. Tendenz weiter steigend: 2018/19 ist von einem Mehrbedarf in Höhe von 240.000 Euro auszugehen.

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