Rund 3,7 Millionen Menschen haben seit der Eröffnung vor fast 100 Tagen das Loom in Bielefeld besucht. - © Joerg Dieckmann
Rund 3,7 Millionen Menschen haben seit der Eröffnung vor fast 100 Tagen das Loom in Bielefeld besucht. | © Joerg Dieckmann

Wirtschaft Center-Manager des "Loom": „3,7 Millionen Besucher seit Oktober“

Michael Latz hat vor fast 100 Tagen das Shopping-Center „Loom“ in Bielefeld eröffnet. Mit der Resonanz ist er bestens zufrieden

Carsten Heil
30.01.2018 | Stand 30.01.2018, 08:33 Uhr
Stefan Schelp

Thomas Seim

Herr Latz, als Center-Manager im Loom haben Sie doch einen Traumjob. Shoppen rund um die Uhr, besser geht es doch gar nicht. Michael Latz: (lacht) Dass ich im Shopping Center arbeite, heißt ja nicht, dass ich rund um die Uhr einkaufe. Sie kaufen auch in der Bielefelder Altstadt ein? Latz: Das auch. Aber ein Center-Manager hat ja noch andere Aufgaben als nur shoppen. Zum Beispiel? Latz: Ich bin verantwortlich für die Wertsteigerung der Immobilie, also für die wirtschaftliche Performance. Es geht um Umsatz, um die Besucherfrequenz, um die Nutzung des Parkhauses. Und sonst? Latz: Bin ich zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, ich bin das Gesicht nach außen. Zudem bin ich zuständig für das Marketing und die Aktionen im Haus und mit meinem Team, eben auch, dass alles technisch in einer solchen Großimmobilie funktioniert. Und natürlich auch für die zwölf festangestellten ECE- Mitarbeiter in meinem Team. Des Weiteren bin ich Sparringspartner unserer Mietpartner. Und bei all den Aufgaben ist nicht ein einziges Haar ergraut. Latz: (lacht). Noch nicht. Was sagt denn die Konkurrenz zu Ihrer Arbeit? Latz: In Form eines Shopping-Centers haben wir diese Konkurrenz im direkten Einzugsgebietes ja nicht. Von den Partnern, Mitbewerbern, Nachbarn habe ich bislang nur Positives gehört. Aus der Altstadt heißt es zum Beispiel, dass auch dort die Frequenz besonders an den Wochenenden gestiegen ist. Wie weit reicht Ihr Einzugsbereich? Latz: Wir rechnen mit einem Einzugsgebiet nach Fahrtzeiten von 45 Minuten, das sind dann 1,45 Millionen Menschen. Unsere Kundenbefragungen zeigen, dass wir zum Beispiel bis nach Paderborn und Osnabrück strahlen und Menschen nach Bielefeld ziehen. Was sagt der Center-Manager im Werre-Park dazu? Latz: Beide Center werden von der ECE betrieben, aber die Ausrichtung ist unterschiedlich. Der Werre-Park ist eher in Richtung Bedarfsdeckung orientiert, das Loom hat den Schwerpunkt auf Erlebnis, Fashion und Lifestyle. Wie viele Menschen waren denn bislang im Loom? Latz: Rund 3,7 Millionen. Da spielt gerade am Beginn natürlich auch der Neugier-Effekt eine Rolle. Allein an den ersten vier Eröffnungstagen waren mehr als 300.000 Menschen da. Das war eine der erfolgreichsten Eröffnungen der ECE überhaupt. Dass die Eröffnung ein Kracher war, ist unbenommen. Aber seitdem ist die Frequenz doch deutlich zurückgegangen. Latz: Finden Sie? Das kann ich nicht bestätigen. In der Vorweihnachtszeit hatten wir im Durchschnitt 48.000 Besucher täglich, an Samstagen 70.000 bis 80.000. Das Weihnachtsgeschäft war erfreulich gut. Und das gilt ja auch für Bielefeld insgesamt. In Bielefeld ist es besser gelaufen als in anderen Städten. Das könnte auch mit dem „Loom-Effekt", wie es öffentlich hieß, zu tun haben. Im für den Handel eher schwachen Januar haben wir im Loom immerhin noch 33.000 Besucher an Wochentagen, mehr als 50.000 an Samstagen gezählt. Wir waren von 20.000 bis 25.000 ausgegangen. Da liegen wir also deutlich drüber. Wie sieht es aus mit offenen Sonntagen? Aus Ihrer Sicht dürften es bestimmt 52 im Jahr sein. Latz: Wohl kaum. Wir haben bisher zwei offene Sonntage in 2017 mitgemacht, die sind sehr gut gelaufen. Die Landesregierung erlaubt acht offene Sonntage pro Jahr. Latz: Dass wir diese Zahl angehen, glaube ich kaum. Ob es einen offenen Sonntag gibt, ist natürlich eine Gemeinschaftsentscheidung, das wird mit den unterschiedlichen Partnern, den übrigen Händeln, der Werbegemeinschaft Bahnhofstraße und der Kaufmannschaft geklärt. Aber man muss eben auch sehen, was das mit den Umsätzen an den Tagen davor und danach macht. Aber wenn die Kaufmannschaft sich entscheidet, am Sonntag zu öffnen, wird sich das Loom nicht abkoppeln? Latz: Eher nicht. Einer der größeren Mieter im Loom ist zurzeit noch SinnLeffers. Aber die ziehen ja in absehbarer Zeit zurück an ihren Stammsitz. Haben Sie schon einen Nachmieter? Latz: Wir sind in Gesprächen. Mit wem? Latz: Das sagen wir erst, wenn es spruchreif ist. Aber das Loom wird im Mietermarkt sehr gut besprochen. Mancher, der erst abwarten wollte, wie sich die Dinge entwickeln, ist jetzt interessiert. Natürlich gucken wir auch auf die „Wunschliste", die auch in Ihrer Zeitung stand. Die Loom-Eröffnung liegt nun bald 100 Tage zurück. Sind Sie angekommen in Bielefeld? Latz: Bin ich. Alles gut. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt. Ich habe eine schöne Wohnung. Ich fühle mich wohl. Aber wer wie Sie einen so guten Start hinlegt, der qualifiziert sich ja automatisch für höhere Aufgaben. Wie lange bleiben Sie in Bielefeld? Latz: Ich muss doch jetzt erstmal sehen, dass hier alles läuft. Ich bleibe noch.

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