Bielefeld In Bielefeld startet eine Jugendberufsagentur

Bei dem bundesweit einzigartigen Projekt finden junge Menschen unter 25 Jahren eine Anlaufstelle rund um Berufsberatung und finanzielle Unterstützung

Ivonne Michel
14.12.2017 | Stand 13.12.2017, 20:46 Uhr

Bielefeld. Über dem Empfangstresen baumeln noch Kabelstränge aus der Decke, Umzugskartons stehen zwischen Zimmerpflanzen, etliche Handwerker sind noch am Werk, erste Kunden bahnen sich über den Hintereingang ihren Weg zu den Beratern. Endspurt im Neubau der Jugendarbeitsagentur an der Herforder Straße 71. Zum 2. Januar nimmt der neue Zusammenschluss der vier Partner, der Rege, der Stadt, der Agentur für Arbeit und des Jobcenters, offiziell den Betrieb auf. „Jugendliche und junge Erwachsene haben dann hier eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zum Übergang Schule-Beruf, für die Ausbildungsplatzsuche und das Fußfassen auf dem Arbeitsmarkt, aber auch für finanzielle Unterstützungsleistungen", sagt Thomas Richter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit. Das Modell sei in dieser Form bundesweit einzigartig. Die ersten Teams der Stadt, der Rege und des Jobcenters sind bereits in die modernen, hellen Räume eingezogen. Rund 20 Mitarbeiter der Agentur für Arbeit folgen im Januar. 160 Mitarbeiter arbeiten dann bereichsübergreifend auf rund 5.000 Quadratmetern in den ersten vier Etagen des sechsstöckigen Gebäudes. „In der fünften Etage ist die Rege mit ihren nicht jugendspezifischen Bereichen vertreten", berichtet Geschäftsführer Klaus Siegeroth. In der sechsten Etage soll zu Beginn des Jahres 2019 die Jobakademie des Jobcenters hinzu kommen. Welche Ausbildungen gibt es, welche passt zu mir? Wie kann ich meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen? Was kann ich tun, wenn ich finanzielle Unterstützung benötige? Wie funktioniert das mit dem Schüler-Bafög? Die neue zentrale Anlaufstelle soll den Ratsuchenden lange Wege ersparen und bestmögliche Unterstützung bieten. „Bisher musste ein Schüler beispielsweise zum Niederwall, zur Werner-Bock-Straße und zum Willy-Brandt-Platz, um von der Stadt Zuschüsse zur Klassenfahrt zu erhalten, die Berufsberatung der Agentur für Arbeit aufzusuchen oder beim Jobcenter Arbeitslosengeld II zu beantragen", erklärt Richter. Niemand solle sich jetzt mehr im Paragrafendschungel zwischen Sozialgesetzbüchern, Bafög, und Bildung- und Teilhabepaket verirren oder unterschiedliche Einrichtungen aufsuchen müssen. „Die Zusammenarbeit ermöglicht dabei einen roten Faden und vermeidet Doppelberatungen", sagt Rainer Radloff, Geschäftsführer des Jobcenters. Ziel der Jugendberufsagentur sei, mehr Ausbildungsplätze und bessere Ausbildungschancen für die Jugendlichen zu schaffen. „Auch für die Unternehmen ist das Team hier zentraler Ansprechpartner", ergänzt Sozialdezernent Ingo Nürnberger. Sie sollen motiviert werden, mehr Ausbildungsplätze anzubieten und bei allen Fragen dazu unterstützt werden. „Die zentrale Lage sorgt für gute Erreichbarkeit, die Architektur soll junge Menschen ansprechen und einladen, einfach vorbei zu schauen und gute Bedingungen für erfolgreiche Beratung bieten", ergänzt Bauherr Sascha Borchert.

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