So orange angestrahlt wie er ist, nimmt man den Ostmannturm erst wieder richtig wahr. - © Sarah Jonek
So orange angestrahlt wie er ist, nimmt man den Ostmannturm erst wieder richtig wahr. | © Sarah Jonek

Bielefeld Der Ostmannturm in Bielefeld leuchtet plötzlich orange

Der Zonta-Club setzt mit der Aktion ein Zeichen

Alexandra Buck
26.11.2017 | Stand 25.11.2017, 20:06 Uhr

Bielefeld. Das Orange steht dem Ostmannturm ausgezeichnet. Der Anlass der Aktion der Bielefelder Zonta-Clubs ist weniger erfreulich. Der Club beteiligt sich am Internationalen Tag "Nein zu Gewalt an Frauen". Ja, das ist leider noch immer nötig. Die meisten Bielefelder dürften regelmäßig an dem Turm vorbeigehen, ohne ihn wirklich wahrzunehmen. Durch das orangefarbene Licht rückt das Gebäude an diesem Wochenende aber wieder in den Fokus. Ins rechte Licht gerückt Initiiert hat die Licht-Aktion der Zonta Club Bielefeld. 2012 hat sich Zonta mit dem Aktionstag "Zonta says No" der internationalen Kampagne angeschlossen. Überall auf der Welt werden am 25. November prägende Gebäude orange beleuchtet. Lange haben die Frauen überlegt, welches Bielefelder Gebäude sie anstrahlen lassen wollen. "Wir wollen eines, das für Bielefeld steht", sagt Murielle Guéguen, Vizepräsidentin des Clubs. Im Sommer schließlich entschied frau sich für den Ostmannturm. "Durch die Beleuchtung und die neuen Gebäude drumherum steht er richtig im Mittelpunkt, das passte gut." Noch bis Sonntag, 22.30 Uhr leuchtet der Turm in einem strahlenden Orange. Der Turm gehört den Bielefelder Freimaurern, die Beleuchtung haben die Stadtwerke möglich gemacht. Rund um den Weihnachtsmarkt Gegen Gewalt an Frauen protestierten auch verschiedene Bielefelder Einrichtungen für Frauen und Mädchen. Mit Luftballons, Bannern und begleitet von Musik marschierten am Samstag etwa 100 Teilnehmerinnen und auch ein paar Männer vom Rathaus aus einmal rund um den Weihnachtsmarkt hin zum Frauenkulturzentrum. Unter dem Motto "Reclaim the Night" (Wir fordern die Nacht zurück), hatten unter anderem Frauennotruf, Gleichstellungsstelle, Frauenkulturzentrum und das feministische Netzwerk zum Protestmarsch eingeladen. Frauen sollen, so die Forderung, sich auch nachts frei bewegen können. Und zwar überall. Auch in Bielefeld gruselige Orte Doch auch in Bielefeld gibt es Orte, die Frauen abends oder in der Nacht meiden. "Verschiedene Parks zum Beispiel würde ich nachts niemals betreten", sagt Friederike Vogt vom Frauenkulturzentrum. Auch die Polizei kennt diese Orte. Rund um den Bielefelder Boulevard etwa ist die Polizei immer noch mit erhöhter Mannstärke unterwegs. Auch zu Silvester wird dort wieder ein Großaufgebot der Polizei für Sicherheit sorgen. In der Silvesternacht von 2015 auf 2016 war es in mehreren Großstädten zu massiven Übergriffen gegen Frauen gekommen. Respekt bitte Das Thema Gewalt und Belästigung ist seit dem Bekanntwerden der Übergriffe des US-amerikanischen Regisseurs Harvey Weinstein auf Schauspielerinnen und andere in der Filmindustrie tätige Frauen so aktuell wie nie. "Dabei geht es nicht immer nur um das klassische blaue Auge", sagte am Bielefelder Rathaus Sally Lisa Starken vom Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen. "Die subtile sexuelle Belästigung ist immer noch allgegenwärtig. Wir fordern mehr Respekt."

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