0
Die Zukunft des Einkaufens hat begonnen, wie sie sich Real vorstellt. Noch ein Bild aus dem Krefelder Markt. - © Carlos Albuquerque/ real sb
Die Zukunft des Einkaufens hat begonnen, wie sie sich Real vorstellt. Noch ein Bild aus dem Krefelder Markt. | © Carlos Albuquerque/ real sb

Bielefeld Real-Markt will in Bielefeld zur Mega-Markthalle werden

Filiale Teutoburger Straße: Betreiber will altes Hallen-Konzept neu beleben. Kleine Manufakturen sollen Produkte aus Handwerksbetrieben anbieten. Allein der Umbautermin steht noch nicht fest

Heidi Hagen-Pekdemir
09.11.2017 | Stand 09.11.2017, 19:21 Uhr
Denkmalgeschützte Fassade: Der Real-Markt in der ehemaligen Weberei Kisker an der Teutoburger Straße. - © Wolfgang Rudolf
Denkmalgeschützte Fassade: Der Real-Markt in der ehemaligen Weberei Kisker an der Teutoburger Straße. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld. Die Supermarktkette Real will ihre Filialen aufpolieren. Aus den ungemütlichen Verkaufsbunkern sollen Markthallen entstehen, in denen das Einkaufen zum Erlebnis wird. Wie sich Real diese neue Welt vorstellt, lässt sich seit einem Jahr in Krefeld bestaunen - und demnächst in Bielefeld an der Teutoburger Straße.

Supermarkt als Treffpunkt

Diese Filiale sollte mehr sein als nur ein Ort für Einkäufe. Mit ihrer Mischung aus "Genuss und Lebensfreude" werde sie ein Treffpunkt für Kunden und Gäste aus Bielefeld und Umgebung werden, heißt es aus der Unternehmenszentrale in Mönchengladbach. "Unsere Markthalle ist mehr als ein Ort nur für Pflicht-Einkäufe", beschreibt auch Real-Pressesprecher Markus Jablonski das Konzept.

Lecker: Der Käse- und Spezialitätenbereich soll den Einkauf zum Genusserlebnis werden lassen. - © Carlos Albuquerque
Lecker: Der Käse- und Spezialitätenbereich soll den Einkauf zum Genusserlebnis werden lassen. | © Carlos Albuquerque

Allerdings gibt's mehr als nur teuer. Das Sortiment reiche von Preiseinstiegsmarken bis hin zu Feinkostartikeln wie frischen Austern oder Kobe-Rind. Der Aufbau erinnere an eine traditionelle Markthalle mit vielen kleinen Manufakturen unter einem Dach: mit einem Metzgermeister, einem Handwerksbäcker und Konditor, einer Kaffee-Rösterei sowie Wein-, Käse- und Fischhändler.

Der ganze Markt ist biozertifiziert

Grüner Auftritt: Der Begriff Markthalle tritt neuerdings in den Vordergrund. Der Real-Schriftzug wirkt auf der Fassade des Marktes in Krefeld vergleichsweise dezent. - © Carlos Albuquerque
Grüner Auftritt: Der Begriff Markthalle tritt neuerdings in den Vordergrund. Der Real-Schriftzug wirkt auf der Fassade des Marktes in Krefeld vergleichsweise dezent. | © Carlos Albuquerque

Sämtliche Frischeprodukte können sich die Kunden an Ort und Stelle in einer Marktküche zubereiten lassen und dabei zusehen, wie die Speisen von Hand zubereitet werden. Darüber hinaus ist laut Jablonski der gesamte Markt bio-zertifiziert. Zurückgefahren wird das bisher umfangreiche Nonfood-Programm. Durch eine Konzentration auf die wichtigsten Artikel erhalte das Lebensmittel-Sortiment mehr Platz im Markt.

Noch unvollständig sei die Bauplanung. "Im Idealfall wird der Markt jedoch nicht geschlossen, sondern im laufenden Betrieb umgebaut werden", sagt Jablonski. Ebenfalls "noch nicht final entschieden" sei die zukünftige Gestaltung der Ladenfläche.

Ebenso ungewiss sei auch die Zukunft der Mieter. Bereits im vergangenen März kursierten Gerüchte, wonach den heutigen Betreibern kleinerer Geschäfte im Real die Kündigung drohe. Bewahrheitet hat sich dies bisher nicht.

Auch Jens Schröder führt dort seinen Zeitschriftenladen mit Lotto-Annahmestelle weiter. "Alles ist ruhig", lautet seine Antwort.

Die Immobilie mit der denkmalgeschützten Backsteinfassade, einst Sitz der Weberei Kisker, ist Eigentum der Metro Properties, einer Tochter des Mutterkonzerns, zu dem auch Real gehört.

Sorgenkind Real

Das neue Konzept soll nach Einschätzung von Experten die angeschlagene Supermarktkette sanieren. Schließlich sei Real seit einer Dekade das Sorgenkind des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro. Einen Umsatz von 7,7 Milliarden Euro haben die Märkte im Geschäftsjahr 2014/15 erzielt. Im Jahr zuvor waren es 8,4 Milliarden. Das Ergebnis für 2016 wurde nicht bekanntgegeben.

In dem betreffenden Metro-Geschäftsbericht ist stattdessen zu lesen: "Real hat im Geschäftsjahr 2015/16 seine strategische Neuausrichtung weiter vorangetrieben. Mit der Entwicklung des neuen Hybrid-Store-Konzepts will die Vertriebslinie Warenangebot und Service auf die individuellen Bedürfnisse verschiedener Kundengruppen abstimmen."

Information

Mehr Kontakt

Verbraucher suchten wieder den direkten Kontakt zu Verkäufern und Produzenten, sie wollten wissen, woher ihre Lebensmittel stammen – das spreche für die Markthalle, haben Forscher der Technischen Uni Berlin herausgefunden. Wo früher Hausfrauen Kohl und Eier kauften, treffen sich heute etwa Geschäftsleute auf ein Feierabendbier.

Auch das Loom in Bielefel setzt auf ein Gastro-Konzept, das zum Einkaufen anregen soll.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
Newsletter abonnieren

NW Newsletter - die wichtigsten News

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

© Zeitungsverlag Neue Westfälische GmbH & Co. KG