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Alles in der Schwebe: Mieter oder Käufer? Alles ist möglich. Das Gezerre um den Ringlokschuppen hält an. - © Sarah Jonek
Alles in der Schwebe: Mieter oder Käufer? Alles ist möglich. Das Gezerre um den Ringlokschuppen hält an. | © Sarah Jonek

Bielefeld Jetzt also doch Verkauf des Ringlokschuppens?

Interesse von DMG Mori stellt sich als falsch heraus

Christine Panhorst
07.09.2017 | Stand 07.09.2017, 10:47 Uhr

Bielefeld. Der Ringlokschuppen steht offenbar doch zum Verkauf. Es gibt Angebote zweier Interessenten. Einer der Bewerber ist ein großer Düsseldorfer Diskobetreiber, der sich zuvor bereits als Mieter ins Spiel gebracht hatte. Als zweiter Kandidat für einen Kauf war nach Informationen der NW das Unternehmen DMG Mori (ehemals Gildemeister) im Gespräch. Das hat sich allerdings inzwischen als falsch erwiesen. DMG-Mori-Sprecherin Tanja Figge stellte eindeutig klar: "Das ist eine absolute Falschmeldung. Wir haben weder geschäftlich noch privat etwas mit dem Ringlokschuppen zu tun. Wir haben null Interesse an dieser Immobilie." Einem weiteren Bielefelder Interessenten, der sich bereits im Juli als Mieter beworben hatte, erteilte der Ringlokschuppen-Vermieter jetzt eine Absage. Das Bielefelder Mietkonzept, an dem offenbar unter anderem der frühere Geschäftsführer der Ringlokschuppen Veranstaltungen GmbH Christopher Hülsewede beteiligt war, war dem Vermieter, dem holländischen Fonds ND Winkels II, zu unsicher. Auch Mietinteressenten können sich weiterhin melden Sprecher Elling Wissink sagte auf Anfrage, dass eine erneute Zusammenarbeit mit einer gegründeten Gesellschaft für den Fonds nicht in Frage komme. Letzter Mieter war die Ringlokschuppen Bielefeld GmbH, die im Mai Insolvenz angemeldet hatte. Sicher sei ein Verkauf des Ringlokschuppens noch nicht, so Wissink. „Das hängt vom Kaufangebot ab." Auch Mietinteressenten könnten sich weiter melden. Die Holländer wollen sich offenbar alle Möglichkeiten offenlassen – und lassen schon einmal Grundstück und Baugenehmigungen für dem Verkauf amtlich prüfen. Denn neben dem Ringlokschuppen steht auf demselben Grundstück an der Stadtheider Straße auch ein Lidl-Markt samt Parkplatz. Damit der Fonds die Disko einzeln veräußern kann, muss das Grundstück zunächst geteilt werden. Der Grundstückszuschnitt muss dem geltenden Baurecht entsprechen. Daher ist laut Wissink dieser amtliche Prozess „schon in die Wege geleitet". Denn am Lidl samt Grundstück wolle der Fonds weiter festhalten. Während der Besitzer alle Hürden für einen Verkauf aus dem Weg räumt, gehen im Ringlokschuppen die Geschäfte weiter. „Aber mit angezogener Handbremse, weil wir im Moment nur das Standardprogramm machen können", sagt Andreas Schneider, Prokurist der insolventen Ringlokschuppen Bielefeld GmbH. Mottopartys, die den Schuppen einst zum Stadtgespräch machten, seien in der derzeitigen Situation nicht drin. Eine schnelle Lösung für die Disko scheint wieder in weite Ferne gerückt.

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