Symbolbild - © Pixabay
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Bielefeld Integrationsrat ruft wahlberechtigte Migranten zur Bundestagswahl auf

Protest: Reaktion auf die Einmischung des türkischen Staatspräsidenten, der Türkischstämmige 
belehren will. Integrationsratsvorsitzender wehrt sich gegen „negativen Einfluss“ Erdogans

25.08.2017 | Stand 24.08.2017, 21:05 Uhr

Bielefeld. Sowohl der Bielefelder Integrationsrat als auch der Landesintegrationsrat rufen die wahlberechtigten Migranten auf, sich an der Bundestagswahl am 24. September zu beteiligen. Damit reagieren die Gremien auf die Versuche des türkischen Staatspräsidenten Erdogan, die hier lebenden Türkischstämmigen zu beeinflussen. Er hatte öffentlich gesagt, die türkischen Migranten mit deutschem Pass sollten weder CDU noch SPD und Grüne wählen, weil diese Parteien gegen die Türkei seien. Der Landesintegrationsrat schreibt dazu, dass die Migranten „selbstverständlich ihr Kreuz nach eigenem Ermessen bei der Partei machen, die ihre Interessen am besten repräsentiert", wie Tayfun Keltek schreibt. Entscheidend sei, wer die Bedürfnisse der Einwanderer und ihrer Nachkommen glaubwürdig vertrete. Der Bielefelder Integrationsratsvorsitzende Mehmet Ali Ölmez sieht das genauso. „Wir lassen uns in keiner Weise bei unserer Teilhabe an einer freien und geheimen Wahl beeinflussen", schreibt er in einer Erklärung bezüglich Erdogans Einmischungsversuch. Ölmez kritisiert, dass der politische Disput zwischen Deutschland und der Türkei nicht nur wirtschaftliche und politische Unruhen verursache, sondern auch die türkischen Mitbürger davon negativ betroffen werden würden. Umso wichtiger sei es für diese Menschen, die bereits ein halbes Jahrhundert aktiv am Leben in Deutschland teilnehmen, hier zur Wahl zu gehen, ohne von jemanden beeinflusst zu werden, der in Wirklichkeit noch nie etwas getan habe für die hier lebenden türkischstämmigen Bürger.

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