0
Mitglieder einer Großfamilie sind auf die Intensivstation des Klinikums Mitte geströmt. - © Symbolfoto: Pixabay
Mitglieder einer Großfamilie sind auf die Intensivstation des Klinikums Mitte geströmt. | © Symbolfoto: Pixabay

Bielefeld Polizeieinsatz: Großfamilie strömt unerlaubt auf Intensivstation des Klinikums Mitte

Dutzende Angehörige wollten sich offenbar gemeinsam von Verwandtem in schlechtem Gesundheitszustand verabschieden / Krankenhaus-Sprecher: "Habe solch einen Fall noch nie erlebt"

Dennis Rother
31.07.2017 | Stand 31.07.2017, 19:30 Uhr

Bielefeld. Weil Dutzende Mitglieder einer Großfamilie auf die Intensivstation geströmt sind, musste die Polizei jetzt zu einem außergewöhnlichen Einsatz ins Klinikum Mitte ausrücken. Laut Polizeisprecher Michael Kötter waren rund 30 Personen in der Station, um sich von einem Verwandten wegen dessen mutmaßlich schlechtem Gesundheitszustand zu verabschieden. Dadurch kam es zu Spannungen mit Personal und Einsatzkräften. Immer mehr Personen Nach Informationen von nw.de handelt es sich um eine kurdische Familie. Die Mitglieder wollten offenbar unerlaubterweise gemeinsam ans Bett des Angehörigen - und haben das auch mit Nachdruck gefordert. Mutmaßlich ging es beim Ansinnen der Familienmitglieder um kulturelle Gepflogenheiten. Nach und nach betraten immer mehr Personen die Station. Ärzte und weitere Klinikangestellte versuchten der Gruppe zu erklären, dass das so nicht gehe. "Es handelt sich um einen hochsensiblen Krankenhausbereich", sagte Klinikumssprecher Axel Dittmar. Etliche weitere Personen hätten noch draußen gewartet, hätten anscheinend ebenfalls rein gewollt. "So einen Fall noch nicht erlebt" Weil Erklärungsversuche des Klinikpersonals nicht wirkten, riefen Klinikangestellte schließlich die Polizei. Mit Hilfe der Beamten beruhigte sich die Lage, die Intensivstation wurde geräumt. Nach Informationen von nw.de bekamen die Angehörigen dann in kleinen Gruppen Zutritt. "In neun Jahren im Amt habe ich einen solchen Fall noch nicht erlebt", so Klinikumssprecher Dittmar. Es komme zwar hin und wieder vor, dass Angehörige versuchen, entgegen der Anweisungen des Personals unbefugt die Station zu betreten. In dieser Größenordnung sei es aber ein Novum.

realisiert durch evolver group