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Auf Stippvisite zu Hause: Schauspielerin Johanna Griebel, in Bielefeld geboren und aufgewachsen, ist mit 18 Jahren nach Berlin gegangen. Seitdem hat sich viel getan. - © Barbara Franke
Auf Stippvisite zu Hause: Schauspielerin Johanna Griebel, in Bielefeld geboren und aufgewachsen, ist mit 18 Jahren nach Berlin gegangen. Seitdem hat sich viel getan. | © Barbara Franke

Bielefeld Bielefelderin auf dem Weg nach Hollywood

Johanna Griebel: Die 28-Jährige aus Schröttinghausen ist nach erfolgreichen Auftritten und Tourneen als Theaterschauspielerin jetzt in ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm zu sehen

Silke Kröger
27.07.2017 | Stand 26.07.2017, 20:32 Uhr

Bielefeld. Sie ist eine zierliche junge Frau mit großen braunen Augen, plaudert nett und freundlich über sich und ihren bisherigen Werdegang. Aber das, was sie da so „ganz nebenbei" erzählt, ist mehr als beeindruckend. Denn Johanna Griebel, gebürtige Bielefelderin aus dem „tiefsten Westen" in Schröttinghausen und nun Wahl-Berlinerin, ist so etwas wie ein „Shooting Star" der Schauspielszene. Nach fast fünf Jahren auf der Bühne streckt sie jetzt die Fühler Richtung Film und Fernsehen aus. In diversen Kurzfilmen hat sie schon gespielt. Jetzt kommt ihr erster abendfüllender Film ins Kino, in dem auch ihr Freund Erbil Ayalp zu sehen sein wird. Die bekannte deutsche Schauspielerin Christine Schorn hat ihr einmal gesagt, „Lass dich nicht verunsichern". Ein guter Tipp, bis heute, sagt Johanna Griebel, die damals noch auf die Schauspielschule ging. Aber nicht auf irgendeine, sondern eine der renommiertesten: die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch" in Berlin. Dort war sie eine von rund 2.000 Mitbewerbern. „Alle wollen an diese Schule", sagt die 28-Jährige, die drei Rollen vorspielte und auch vorsingen musste. „Wenn ich ein Vöglein wär", sagt sie und lacht. Die Ausbildung dauerte vier Jahre und beinhaltete nicht nur Schauspiel, sondern auch Tanzen, Singen, Akrobatik – „seitdem kann ich Handstand-Überschlag" – und Reiten. „Ich bin schon immer viel auf den umliegenden Höfen geritten und war in den Ferien immer auf dem Ponyhof", erzählt sie. „Mein Traum wäre mal ein Film, wo man auch reiten kann." Und ihr Abschluss? Natürlich mit Auszeichnung. Schon während des Schauspielstudiums war Johanna Griebel am „Deutschen Theater" und am „Berliner Ensemble" als Gastakteurin für mehrere Stücke engagiert worden, unter anderem „Gretchens Faust" von und mit Martin Wuttke. Als sie dann 2012 ihr Studium beendete, bekam sie gleich eine Festanstellung am Berliner Ensemble. Und tourte daraufhin – besonders mit Brechts Dreigroschenoper, in der sie die Hauptrolle der Gangstertochter Polly spielt – durch die Welt: Europa, Türkei, Singapur, Thailand, Australien, Brasilien. Besonders São Paulo und Paris mit den großen Theatersälen – rund 2.700 Zuschauerplätze – haben es ihr angetan. In São Paulo etwa saßen auch viele junge Menschen im Publikum, erinnert sie sich: „Das war ein unglaubliches Erlebnis. Es hat sich angefühlt wie im Fußballstadion." Als der Vorhang fiel, war der Applaus kurz, aber heftig, „das ging wie eine Schallwelle über einen hinweg". Dort traf sie Patricia Araujo wieder, die wie sie einst Austauschschülerin in den USA gewesen ist „Sie ist richtig ausgeflippt, als sie gesehen hat, dass ich wirklich Schauspielerin geworden bin." So, wie sie es sich damals an der High School vorgenommen hatte. Erste schauspielerische Schritte hatte die Bielefelderin aber schon lange vorher gemacht. „Im Kindergarten war ich der ,Mond’", erinnert sie sich, und in der 5. Klasse im Max-Planck-Gymnasium, im Weihnachtsmärchen, „da habe ich den Bären gespielt". Auf Englisch, und es gab schon ein „richtiges Casting". Johanna Griebel ist neugierig auf die Welt, auf andere Länder und Menschen, und sie findet sich schnell in neue Situationen hinein. Sprachen fallen ihr leicht. Derzeit lernt sie gerade Französisch („In der Schule hatte ich Englisch und Latein") – auch, weil sie Frankreich und besonders Paris besonders faszinieren. Daneben nimmt sie Jazzunterricht, („Nach klassischem Gesang und Chorgesang mal etwas ganz anderes"), was Hobby und Ausgleich für sie ist. Seitdem sie als freie Künstlerin arbeitet, hat sie zudem wieder etwas mehr Zeit, um zwischendurch mal nach Hause zu fahren. „Ich bin wahnsinnig gern hier, es ist so ruhig und friedlich", meint sie. „Und am liebsten gehe ich ins Schröttinghauser Freibad – eines der schönsten, die es gibt."

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