Ein großer Teil der barrierefreien Küche ist finanziert: Studenten der Initiative „Sozial lokal" haben am Mittwoch zusammen mit den Bielefelder Unternehmern Robert Elmarzovski und Dirk Baumbach Spendengelder in Höhe von 4.923,25 ð an Birgit Hoffmann (l.), die Geschäftsführerin des Mädchenhauses übergeben. - © Wolfgang Rudolf
Ein großer Teil der barrierefreien Küche ist finanziert: Studenten der Initiative „Sozial lokal" haben am Mittwoch zusammen mit den Bielefelder Unternehmern Robert Elmarzovski und Dirk Baumbach Spendengelder in Höhe von 4.923,25 ð an Birgit Hoffmann (l.), die Geschäftsführerin des Mädchenhauses übergeben. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Bielefelder Mädchenhaus muss umziehen und wird barrierefrei

Zufluchtsstätte: Ende des Jahres wird das anonyme Angebot in ein größeres Gebäude umsiedeln, das derzeit noch barrierefrei gestaltet wird. Die Studenteninitiative „Sozial lokal“ hilft bei der Finanzierung einer passenden Küche

Hanna Paßlick
27.07.2017 | Stand 27.07.2017, 10:23 Uhr

Bielefeld. Im November soll es soweit sein: Die Zufluchtsstätte des Bielefelder Mädchenhauses verlässt ihren derzeitigen Standort und zieht in ein größeres Gebäude um. Adresse: Unbekannt. „Wir können die Anonymität in unserem alten Gebäude nicht mehr so gewährleisten, wie wir uns das wünschen", sagt Geschäftsführerin Birgit Hoffmann. Deshalb sei schon vor längere Zeit die Entscheidung gefallen, umzuziehen. Ein weiterer Vorteil des neuen Gebäudes: Beim Einzug des Mädchenhauses soll es vollständig barrierefrei sein. Damit wäre die Einrichtung eigenen Angaben zufolge bundesweit die erste behindertengerechte, anonyme Zufluchtstätte für Mädchen. Das Mädchenhaus, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, macht Mädchen und jungen Frauen zwischen 12 und 21 Jahren verschiedene ambulante, aber auch stationäre Angebote. Immer häufiger erhält die Einrichtung auch Anfragen zur Unterbringung von Mädchen mit Behinderungen. Gehe es um eine Seh- oder Lernbehinderung, könne das schon mal funktionieren. „Aber räumlich gesehen sind wir an unserem bisherigen Standort einfach nicht auf mehr ausgerichtet." Der Umbau des neuen Hauses in ein barrierefreies wird vor allem durch Mittel vom Land finanziert, für die das Mädchenhaus einen relativ geringen Zinssatz zahlt. Den Rest, also etwa 20 Prozent, muss die Einrichtung selber aufbringen. „Den größten Teil haben wir bereits zusammen", sagt Birgit Hoffmann. Aber für die Ausstattung und den Umzug werden immer noch Gelder benötigt. An dieser Stelle springt jetzt die Initiative „Sozial lokal" ein – ein Zusammenschluss aus derzeit zwölf Studenten von Uni und Fachhochschule in Bielefeld. Sie richten regelmäßig Spendentage aus, bei denen lokale Unternehmer zehn Prozent ihrer Tageseinnahmen für ein bestimmtes Projekt oder einen Verein vor Ort stiften können. Zuletzt stand die Unterstützung des Mädchenhauses an. 4.923 ð sind dabei zusammengekommen. Mit diesem Geld soll jetzt die barrierefreie Küche der neuen anonymen Zufluchtsstätte finanziert werden. „Die Küche wird verschiedene Arbeitshöhen enthalten, damit auch Rollstuhlfahrer sie erreichen", sagt Birgit Hoffmann. Aber es gehe nicht nur um die räumliche Barrierefreiheit. Für Mädchen mit einer Hörbeeinträchtigung soll beim Umbau die Akustik stärker berücksichtigt werden. Außerdem wird es Hoffmann zufolge ein Farbkonzept geben, anhand dessen sich Besucherinnen mit einer Sehbehinderung besser zurecht finden sollen. „Das ist ein große Herausforderung, für uns aber auch eine echte Chance", betont die Geschäftsführerin des Mädchenhauses. Bislang seien für die Zufluchtsstätte acht Betreuer angesetzt. Genauso viele Unterbringungsplätze bietet die Einrichtung auch an. Künftig solle das Haus nun so konzipiert sein, dass auch Mitarbeiter mit einer Behinderung eingestellt werden können, so Hoffmann.

realisiert durch evolver group