Beim Carnival der Kulturen war es wieder laut, bunt und manchmal auch schrill. - © Oliver Krato
Beim Carnival der Kulturen war es wieder laut, bunt und manchmal auch schrill. | © Oliver Krato

Bielefeld Gute Laune beim Bielefelder Carnival der Kulturen

Rund 2.000 Akteure in fast 70 Gruppen ziehen durch die Innenstadt

Christine Panhorst

Bielefeld. Leuchtende Farben, fantastische Kostüme und heiße: Der 21. Bielefelder Carnival der Kulturen entpuppte sich wieder als Besuchermagnet. Rund 2.000 Akteure in fast 70 Gruppen aus England. Belgien, Italien, Berlin und Bielefeld zogen am Samstagnachmittag durch die Bielefelder Innenstadt. Wie ein bunter Bandwurm. Sie begeisterten mit Tanz und Trommelwirbel, mit farbenprächtigen Verkleidungen und waghalsiger Stelzenkunst. Die Hamburger Formation Oakleaf präsentierte sich in diesem Jahr als Schachfiguren und führten als Läufer, Türme und Springer verkleidet die Parade an - inklusive Dame, die in einem fahrenden Sessel unterwegs war. Ein Hingucker war aber auch der Springer: ein als Pferd verkleideter Stelzenläufer, der mit wackelndem Kopf dem Umzug auf Känguru-Stelzen voraushüpfte. Weil zahlreiche Baustellen den Carnival auf eine veränderte Route gezwungen hatten, führte die Parade erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder über den Siegfriedplatz. Für einen gelungenen Start sorgten hier „Murga Los Cometas" aus Bielefeld mit akrobatischen und kraftvollen Tanzeinlagen, bei denen auch die Zuschauer mit einbezogen wurden und mittanzten und -klatschten. Ohne Vorfälle zog die Parade weiter. Fröhlicher Ausnahmezustand in der City also. Die Außenplätze der Cafés entlang der Umzugsstrecke waren alle belegt, viele hatten sich so einen guten Platz in der ersten Reihe reserviert. Autofahrer, die die Innenstadt nicht großräumig umfuhren, standen zeitweise rund um den Jahnplatz und das Rathaus wegen der Sperrungen für den Umzug im Stau. Im Kneipeneck an der Arndtstraße trafen sich Feiernde zu einer Riesenparty. Bis in den Abend hinein gab es dort kein Durchkommen. Die Polizei achtete in diesem Jahr noch stärker auf die Sicherheit. Die Seitenstraßen rund um den Umzug wurden weiträumiger abgesperrt als sonst. Und auch die Zuschauer durften nicht so nah die Akteure heran wie früher, außerdem durften sie sich nicht den Gruppen anschließen. Nach mehr als zwei Stunden Straßenspektakel erreichte der Umzug mit Verspätung den Ravensberger Park, wo noch bis Mitternacht mit Bühnenprogramm weitergefeiert wurde. Trotz vereinzelter Regentropfen kam auch das Abschlussfest mit Kulinarischem aus aller Welt und vielseitigem Performanceprogramm bis Mitternacht in Fahrt.

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