Umschlagbahnhof Bielefeld - © Gerald Paetzer
Umschlagbahnhof Bielefeld | © Gerald Paetzer

Bielefeld Containerbahnhof: Ladebrücke wird abgebaut

Bahnentwicklungsgesellschaft lässt markante Technik an der Eckendorfer Straße demontieren. Weitere Nutzung des Geländes unklar

Joachim Uthmann

Bielefeld. Es ist der Blickfang auf dem großen Gelände des Containerbahnhofs an der Eckendorfer Straße: Das hohe Ladeportal, mit dem früher Tausende Tonnen von Zügen auf Lkw gehoben wurden. Seit mehr als 15 Jahren bewegt sich kein Kran mehr. Jetzt lässt die Bahnentwicklungsgesellschaft BEG den Koloss demontieren. Er soll in Holland wieder aufgestellt und genutzt werden, bestätigte BEG-Geschäftsführer Thomas Lennertz. Ein Großkran einer holländischen Firma hat begonnen, die kleineren Teile wie Treppen und Bühnen abzubauen. In der nächsten Woche sollen fünf Großkräne anrücken, um die Hauptelemente der großen Ladebrücke abzutragen. Wie es weiter geht mit dem zehn Hektar großen Bahngelände, ist weiter unklar. BEG und Stadt suchen nach Auswegen, ohne aber eine Lösung vorweisen zu können. Zudem streiten sie um Zuständigkeiten und Verfahren. Die BEG hat jetzt die Stadt angeschrieben und um Stellungnahme gebeten, so Lennertz. Die Deutsche Bahn hat den Bahnhof 2002 aufgegeben, weil ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich sei. Seit Jahren versuche die BEG, die Fläche für Gewerbe nutzbar zu machen, erklärte Lennertz: „Das ist die einzig denkbare Lösung." Doch dafür sei die Änderung des Regionalplans nötig, um die sich das Bauamt der Stadt kümmern müsse. Noch stehe das Gelände für „kombinierten Ladeverkehr" in dem Plan. Doch das Amt rühre sich nicht. Interessenten für Nachnutzungen gebe es. Aber sie warteten auf Baurecht. Wenn das aber erst in zwei Jahren käme, würden sie abspringen. Dem gegenüber sieht Bauamtsleiter Dieter Ellermann die BEG in der Bringeschuld. Die Stadt müsse erst wissen, was an dem Standort geplant sei, ehe sie den Regionalplan ändern lassen könne. Und da fehlten Informationen der BEG. Die lässt das Areal jetzt aber trotzdem für neue Nutzungen vorbereiten. Bäume und Sträucher seien bereits entfernt worden, bestätigte Lennertz. Jetzt beginnt die eingesetzte Firma, die eigentlichen Anlagen des Containerbahnhofs zu entfernen, um Platz für Projekte zu schaffen. Im Gespräch waren schon einige: Für eine gewerbliche Nutzung wie Speditionen ist der Stadt der Standort zu nah an der Innenstadt. Bei einem Baumarkt wäre das Einzelhandelskonzept zu beachten. Und die Verkehrsbetriebe MoBiel haben Pläne für einen zweiten Betriebshof aufgegeben und bauen den jetzt im Süden der Stadt.

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