Der Containerbahnhof wird seit 2002 nicht mehr genutzt. Nur ein Autohändler parkt hier seine Neuwagen. - © Gerald Paetzer
Der Containerbahnhof wird seit 2002 nicht mehr genutzt. Nur ein Autohändler parkt hier seine Neuwagen. | © Gerald Paetzer

Bielefeld Ungenutzt seit 15 Jahren: Was tun mit dem alten Containerbahnhof?

Die Großfläche an der Eckendorfer Straße verödet seit 15 Jahren. Bahntochter und Stadt uneins über Ursache

Joachim Uthmann
Alexandra Buck

Bielefeld. Es ist ein eindrucksvolles Areal: Der alte Bielefelder Containerbahnhof an der Eckendorfer Straße, zehn Hektar groß, in bester Lage. Seit 15 Jahren wird er nicht mehr genutzt, seitdem liegt er brach. Bei der Suche nach einem Ausweg schieben sich die Bahnentwicklungsgesellschaft BEG, der die Bahn das Areal übertragen hat, und die Stadt gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Die Deutsche Bahn, die den Bielefelder Containerbahnhof 2002 aufgegeben hat und einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr für möglich hält, sei seit Jahren bestrebt, hier Gewerbe anzusiedeln, erklärt Thomas Lennertz, Geschäftsführer der BEG auf Nachfrage der NW. Das scheitere aber an der Stadt Bielefeld. Dennoch wird das Areal bereits auf eine Umnutzung vorbereitet: „Das Grün, also Bäume und Sträucher, sind entfernt worden", sagt Lennertz. Außerdem soll der ehemalige Umschlagbahnhof komplett von den Gleisen abgebunden werden. Was noch fehle, um hier Gewerbe anzusiedeln, sei eine Änderung des Regionalplans, um die sich aber das Bauamt der Stadt kümmern müsste, so Lennertz. Derzeit weise der Plan noch aus, dass auf dem Gelände „kombinierter Ladeverkehr" betrieben würde. Und so lange dieser Vermerk bleibe, sei an der Stelle keine gewerbliche Nutzung möglich. „Wir hören aber seit zwei Jahren nichts mehr von der Stadt", sagt der Geschäftsführer. Die BEG treibe alle Verfahren, die nötig sind, um eine Umwidmung des Geländes zum Gewerbegebiet umzusetzen, voran, betont Lennertz: „Es gibt etliche Interessenten. Wir bekommen immer wieder Anfragen."Nach Ansicht des Bielefelder Bauamtsleiters Dieter Ellermann liegt die Bringschuld aber keineswegs bei der Stadt, sondern bei der BEG: „Bevor der Regionalplan geändert werden kann, muss die Stadt konkret wissen, was an dem Standort geplant ist." Doch diese Informationen liefere die BEG nicht. Die Stadt hatte lange auch mit Unterstützung von Spediteuren, IHK und Politikern darum gekämpft, den Containerbahnhof in Bielefeld zu retten. Bau- und Verkehrsdezernent Gregor Moss (CDU) gab den Güterumschlag auf die Schiene lange als wichtiges Ziel aus, um Straßen zu entlasten. Doch das Bemühen scheiterte. Bahn und Wirtschaft seien nicht bereit gewesen, die Kosten zu übernehmen. Nach einer Machbarkeitsstudie der BEG seien für einen Neustart Investitionen von bis zu mehr als fünf Millionen Euro erforderlich gewesen. Die Suche nach Alternativen gestaltet sich seit mehr als 15 Jahren schwierig. Für Logistikunternehmen wie Speditionen liege es zu zentral und ziehe Schwerlastverkehr in die Innenstadt, heißt es bei der Stadt. Lange war ein zweiter Betriebshof, den MoBiel benötigt, eine Variante. Doch die Verkehrsbetriebe eröffnen ihn jetzt in Senne. Auch Pläne, einen Baumarkt anzusiedeln, versandeten. Einer Geschäftsnutzung steht das Einzelhandelskonzept entgegen. Ein Hindernis könnten auch noch Altlasten sein, deren Sanierung mehrere Millionen Euro kosten könnten.So verfiel die Anlage. 1969 hatte die Bahn hier den alten Güterbahnhof Ost zum Containerbahnhof ausgebaut, auf dem bis zu 300 Container täglich umgeschlagen wurden. Anfang der 1990er Jahre hatte die Bahn ihn für rund 13 Millionen Mark (6,5 Millionen Euro) modernisiert.

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