Randale vor der Alm: Wie ein Amateurvideo zeigt, drängen Polizisten VfB-Fans zurück, die gerade aus dem geschlossenen zweiten Zugangskorridor brechen wollten. Einer der Fans schlägt mit einer Stange auf die Beamten ein, die ihrerseits Reizgas einsetzen. Angefangen hatte alles im Korridor rechts daneben, der zum Stehblock führt. - © Screenshot: Youtube
Randale vor der Alm: Wie ein Amateurvideo zeigt, drängen Polizisten VfB-Fans zurück, die gerade aus dem geschlossenen zweiten Zugangskorridor brechen wollten. Einer der Fans schlägt mit einer Stange auf die Beamten ein, die ihrerseits Reizgas einsetzen. Angefangen hatte alles im Korridor rechts daneben, der zum Stehblock führt. | © Screenshot: Youtube

Bielefeld Polizeieinsatz: Stuttgart-Fans versuchen Gästeblock der Alm zu stürmen

Mindestens 24 Verletzte: Bereitschaftspolizisten müssen Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzen

Bielefeld. Vor dem Fußballzweitligaspiel zwischen Arminia Bielefeld und dem VfB Stuttgart am Montagabend in der Schüco Arena (Endstand: 2:3) kam es nach Angaben der Polizei im Bereich des Gästeeingangs zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen VfB-Hooligans und dem Arminia-Ordnungsdienst. Polizeibeamte mussten zur "Bereinigung der Situation" Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen. Was war passiert? Laut Polizeisprecher Michael Kötter waren gegen 19.30 Uhr etwa 300 Stuttgart-Fans von ihren Bussen an der Schloßhofstraße zum Gästeblock unterwegs, „als ein Teil dieser Gruppe offensichtlich beabsichtigte, die Kontrollen im Eingangsbereich zu überrennen". Das versuchten nun wiederum Angehörige des Arminia-Sicherheitsdienstes zu unterbinden. Dadurch entwickelte sich mitten in dem Einlasskorridor eine Prügelei mit den Ordnern. „Die zur Hilfe gerufenen Bereitschaftspolizisten setzten gegen die gewalttätigen Fans Pfefferspray und Schlagstöcke ein", so Kötter. Bei Youtube ist ein Video aufgetaucht, das die Ereignisse nach der Eskalation zeigt. Man erkennt über Minuten Auseinandersetzungen an drei verschiedenen Stellen des Gästezugangs. Immer wieder geraten Fans, Ordner und Polizei aneinander. Vor allem Pfefferspray wird massiv eingesetzt: Die damit in ihre Absperrungen zurückgedrängten Fans haben kaum Ausweichchancen. Trotzdem gelang es einer Gruppe von Stuttgart-Anhängern zeitgleich, gewaltsam in einen benachbarten Korridor des Gästeeingangs einzudringen. Diese 25 teilweise vermummten Personen wurden schließlich von Polizei und Sicherheitsdienst aus dem Bereich herausgedrängt, der normalerweise für Publikum gesperrt ist. Auch hierbei setzten die Polizeibeamten Pfefferspray ein. 20 Augenreizungen, ein leicht verletzter Polizist und drei verletzte Ordner Nach Angaben des Rettungsdiensts mussten fünf der Fans mit Augenreizungen behandelt werden. 15 weitere Fans bekamen durch eine Absperrung sogenannte Augenspülungen gereicht. Ein Polizeibeamter wurde bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen leicht verletzt. Laut Arminia-Sprecher Tim Santen wurden auch drei der Stadionordner verletzt. Augenzeugen auf Fanseite kritisierten vor allem die Provokationen der Ordner bei den Kontrollen, die zu der Eskalation geführt haben sollen. Angeblich habe sich die Situation „urplötzlich und ohne vorhergehende Warnzeichen ergeben", zitieren die Stuttgarter Nachrichten weitere Zeugen aus dem VfB-Lager. Es wurden vergleichweise viele Fanutensilien kontrolliert Der zuerst betroffene Zugangskorridor zum Stehplatzbereich stehe vor allem für die Überprüfung der Fanutensilien (Fahnen, Doppelhalter) zur Verfügung, erklärte Arminia-Sprecher Tim Santen. „An diesem Abend wurden hier vergleichsweise viele Utensilien kontrolliert." Die VfB-Fans hatten eine eigene Choreographie angemeldet. Da Eingangskontrollen oft überrannt werden, um verbotene Pyrotechnik ins Stadion zu schmuggeln, wurde besonders intensiv nachgesehen. Verbotene Gegenstände wurden allerdings nicht entdeckt. Im Anschluss umstellte die Polizei laut Sprecher Michael Kötter 47 VfB-Fans in einem anderen abgesperrten Bereich des Gästeeingangs und stellte die Personalien der Fans fest. Die Polizei geht davon aus, dass Angehörige dieser Gruppe an den vorangegangenen Gewalttätigkeiten beteiligt waren. Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzungen Fan-Vertreter aus Stuttgart unterstützten dabei die Polizei aktiv, so Kötter. Da nicht allen 47 Fans eine Tatbeteiligung vorgeworfen werden konnte, wurde ihnen der Zutritt zum Stadion gewährt. Anschließend hat es laut Kötter keine weiteren Straftaten durch Stuttgarter Fans mehr gegeben. Nach dem Spiel begleiteten Polizisten die angereisten Fans allerdings in gro0ßer Zahl zu ihren Bussen. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzungsdelikten. Dazu wird vorhandenes Videomaterial der Polizei ausgewertet, um Straftäter überführen zu können. Der VfB Stuttgart wollte zu den Vorfällen in Bielefeld keine Stellungnahme abgeben.

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