NW News

Jetzt installieren

0

Bielefeld Bielefelder Wissenschaftler erklärt das Phänomen Jesus Christus

Theologie: Wie aus dem Zimmermannssohn Christus wurde, warum er als Prophet auftrat, was es mit den Wundern auf sich hat und welche Rolle die Evangelisten spielten

Ansgar Mönter
11.04.2017 | Stand 10.04.2017, 20:57 Uhr
Thomas Witulski (53) ist Professor an der Fakultät für Geschichte, Philosophie und Theologie der Universität Bielefeld. Der ehemalige evangelische Pfarrer ist promovierter Theologie und Geschichtswissenschaftler. In Bielefeld lehrt er vor allem Biblische Theologie. Witulski spricht unter anderem Rabbinisches Hebräisch, Koptisch und Aramäisch, die Sprache von Jesus. - © Sarah Jonek
Thomas Witulski (53) ist Professor an der Fakultät für Geschichte, Philosophie und Theologie der Universität Bielefeld. Der ehemalige evangelische Pfarrer ist promovierter Theologie und Geschichtswissenschaftler. In Bielefeld lehrt er vor allem Biblische Theologie. Witulski spricht unter anderem Rabbinisches Hebräisch, Koptisch und Aramäisch, die Sprache von Jesus. | © Sarah Jonek

Herr Witulski, warum ist gerade Jesus der wohl bekannteste Mensch der Welt?
Thomas Witulski:
Schwer zu sagen. Es ist im Grunde ein Rätsel, wie aus einer kleinen Bewegung in Palästina vor etwa 2000 Jahren eine große Weltreligion geworden ist. Alle Zeiten über faszinierend an Jesus ist vielleicht, dass er – soweit wir das wissen – Ernst gemacht hat damit, sich über gesellschaftliche Normen hinwegzusetzen und zu denen gegangen ist, die in der damaligen Gesellschaft eher unten angesiedelt waren wie Prostituierte und Zöllner. Er hat sozusagen einen alternativen Entwurf zum materialistischen Weltbild und zur hierarischen Gesellschaftsordnung vorgelebt.