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Unabhängiger Buchhändler: Hartwig Bögeholz. - © Privat
Unabhängiger Buchhändler: Hartwig Bögeholz. | © Privat

Bielefeld Buchhändler haben geteilte Meinungen zu zweiter Thalia-Filiale

Unabhängige Buchläden reagieren auf die neue Konkurrenz

Stefan Brams
07.04.2017 | Stand 07.04.2017, 13:51 Uhr

Bielefeld. Thalia wird mit der Eröffnung des Looms wieder mit zwei Buchhandlungen in Bielefeld vertreten sein. Darüber berichtete die Neue Westfälische exklusiv. Wie reagieren die unabhängigen Bielefelder Buchhändler auf die Expansionspläne der Buchhandelskette, die sich bisher, was die Größe der neuen Filiale angeht, noch bedeckt gibt? Hartwig Bögeholz von der Jürmker Bücherstube möchte die unabhängigen Buchhändler für gemeinsame Aktionen wie "Das besondere Buch des Monats" gewinnen, um Thalia etwas entgegenzusetzen und gemeinsam für die unabhängigen Buchhandlungen zu werben. Bögeholz betont: "Auf jeden Fall wird Frequenz aus den Stadtbezirken sowie aus dem Umland abgezogen werden, weil ECE leider über ein ansehnliches Marketing-Budget verfügt, das zielgruppengenau eingesetzt werden wird." ECE erwarte 25.000 bis 30.000 Besucher pro Tag. "Und wenn die Besucher sich einmal dort einfinden, neigen sie dazu, eigentlich nicht geplante Käufe vorzunehmen - was auch für Bücher gelten wird", so Bögeholz' Befürchtungen. Befürchtungen, die auch Regine Hagedorn vom Buchladen Eulenspiegel in der Hagenbruchstraße teilt, der Ende des Monats seinen 40. Geburtstag feiert. "Das bedeutet schon eine neue Runde im Verdrängungswettbewerb auf dem Buchmarkt." Vor allem befürchtet Hagedorn, dass mit dem Loom die Trennung von Bahnhofstraße und Altstadt noch stärker wird. Dass Thalia eine zweite Filiale eröffne, habe sie schon überrascht, "da sie doch vor fünf Jahren erst die ehemalige Boulevard-Buchhandlung geschlossen haben". Gegen gemeinsame Aktionen der unabhängigen Buchhändler habe sie nichts, "aber wir müssen schon schauen, mit welchen Inhalten die gefüllt werden sollen". "Ich sehe das emotionslos", betont Dorothea Potthoff, Inhaberin der Buchhandlung Klack in Brackwede. "Die gehen doch nur aus strategischen Gründen in das Loom, um zu verhindern, dass eine andere Buchhandelskette ihnen Konkurrenz macht", fügt Potthoff an und ergänzt: "Ich habe meine Nische gefunden und werde einfach weiter meine Arbeit machen mit Lesungen, Veranstaltungen und einem gezieltem Angebot für Kinder", so Potthoff. Auch Gundula Kampeter von der Buchhandlung Welscher in Schildesche bleibt gelassen. "Ich bin völlig unaufgeregt. Wir müssen einfach weiterhin mit unserem Landen und unserem Konzept überzeugen." Kampeter rät zu "Langmut und Gelassenheit", das seien die besten Ratgeber.

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