So sieht der Carnival aus: Kyana Hanneke und Stephan Noltze sowie Michael Lesemann und Frieda Wieczorek, v. l., werben für den 21. Carnival – und dabei hilft ihnen auch eine neu gestaltete Internetseite sowie das Siegerfoto des 2016er-Fotowettbewerbes. - © Andreas Zobe
So sieht der Carnival aus: Kyana Hanneke und Stephan Noltze sowie Michael Lesemann und Frieda Wieczorek, v. l., werben für den 21. Carnival – und dabei hilft ihnen auch eine neu gestaltete Internetseite sowie das Siegerfoto des 2016er-Fotowettbewerbes. | © Andreas Zobe

Bielefeld Der Carnival der Kulturen ist zurück auf dem Siggi

21. Auflage: Das Carnival-Team ist jünger geworden und bietet Veränderungen an. Eine dürfte vermutlich die Route sein – Baustellen verdrängen die Gruppen wohl auf die Rolandstraße und den Siegfriedplatz. Eine neue Internetseite und ein neues Logo gehören dazu

Kurt Ehmke

Bielefeld. Für die Bielefelder ist der Carnival der Kulturen am 17. Juni noch weit weg; die Organisatoren der 21. Auflage aber sind mittendrin in der Arbeit. Das Sicherheitskonzept wird komplett neu erarbeitet – und auch die Route dürfte sich einmalig ändern. Vermutlich wird der Carnival durch die Rolandstraße über den Siegfriedplatz führen – und damit zumindest für ein Jahr zu seinen Wurzeln zurückkehren. Früher war der Zug auf dem Siggi gestartet. Jetzt zwingen Baustellen den Carnival auf neue alte Wege. Und auch wenn es für die Organisatoren von Shademakers und Welthaus so ziemlich das Unerquicklichste ist, über die Sicherheit zu reden, so ist diese nach Duisburg und Berlin Thema. Dabei freut sich Frieda Wieczorek, „dass wir spüren, dass Stadt und Sicherheitsbehörden uns wohlgesonnen sind und viel Interesse am Carnival haben". Ende März soll es eine Gesprächsrunde geben, fest stehe, „dass wir keinen militarisierten Carnival in Bielefeld wollen". Neues Sicherheitskonzept Wieczorek: „Ich gehe davon aus, dass die Besucher in keiner Form wahrnehmen werden, dass es ein neues Sicherheitskonzept gibt." Zuständig auf Veranstalterseite ist Stephan Noltze (32), eines der jungen neuen Gesichter im Carnival-Team. Wieczorek: „Wir sperren in Bielefeld immer sehr weiträumig ab, so dass wir hier gut aufgestellt sind." Michael Lesemann vom Welthaus: „Jedes Jahr gibt es bei der Sicherheit neue Herausforderungen – und das ist für uns als Veranstalter wirklich nicht leicht zu stemmen." Ein weiteres neues junges Gesicht gehört zum Team: Kyana Hanneke. Die 24-Jährige kümmert sich um werbliche Dinge, stolz präsentierte sie gestern die neu gestaltete Internetseite des Carnivals. „Wir haben nun auch ein neues Logo – naja, wir haben jetzt überhaupt ein Logo, bisher war es ja nur das Wort Carnival." Nun ziert lässig der Schrift-zug „Carnival der Kulturen" das im Mai erscheinende Programmheft, die Internetseite und T-Shirts – und vor den drei magischen Wörtern steht unterstrichen „Bielefelder". Europaweit einzigartig ist der Bühnenauftritt der Gruppen am Abend Ja, der Carnival bekennt sich zu seiner Heimat – und das hat gute Gründe: „Nur uns und Berlin gibt es noch in dieser Szene, und europaweit sind wir der einzige Carnival, bei dem sich abends auf der Bühne die Gruppen noch einmal für zwei Minuten präsentieren." Kurz gesagt: Bielefeld muss sich nicht verstecken, wegducken, klein machen – nein, Bielefeld darf sich eine breite Brust gönnen. „Es ist ein Alleinstellungsmerkmal", sagt auch Kerstin Lohmann vom Kulturamt, „und deshalb haben wir die Förderung von 5.600 auf 10.000 Euro hochgesetzt." Hinzu kämen noch Leistungen im Gegenwert von mehr als 1.000 Euro. Auch Sponsoren wie Sparkassen-Stiftung und LVM helfen beim Überleben. Beide betonen, dass die ständige Weiterentwicklung des Carnivals enorm wichtig sei – der Kern aber müsse erhalten bleiben. Und so wird der 21. Carnival Bewährtes mit Neuem mischen. Wieder werden gut 70 Gruppen mit 2.000 Aktiven erwartet (Anmeldung bis Ende März), wieder sollen es so wenig Lkw wie möglich sein, wieder gibt es im Ravensberger Park das Abschlussfest. Neu oder verändert sein werden: das Programmheft wird handlicher, im Park soll es neue Bereiche mit Chill- und Familien-Zonen geben. Bis zu 50 Stände sollen mit Essen und Kleidung, Musikinstrumenten und Kunsthandwerk locken. Höhepunkt soll die Band „Checkpoint Guanabana" werden – sie ließ schon 2015 vor 10.000 Leuten den Kesselbrink vibrieren. www.carnival-bielefeld.de

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