Stadt Bielefeld will 900.000 Euro in Spielgeräte, Sportanlage und Bänke auf dem Kesselbrink investieren. - © Sarah Jonek
Stadt Bielefeld will 900.000 Euro in Spielgeräte, Sportanlage und Bänke auf dem Kesselbrink investieren. | © Sarah Jonek

Bielefeld Jetzt wird der Kesselbrink richtig aufgemotzt

Neue Pläne: Stadt will zentralen, neugestalteten Platz für knapp 900.000 Euro mit Großspielgerät, Calisthenics-Anlage, Boulebahnen und Bänken aufwerten

Joachim Uthmann

Bielefeld. Für rund 12,4 Millionen Euro ist der Kesselbrink vor vier Jahren aufwendig neu gestaltet worden. Anfangs stürmten die Bielefelder bei gutem Wetter den Platz und entwickelten fast ein Siggi-Gefühl. Doch schon bald traten zunehmend Probleme auf: Müll, Sicherheitsmängel, zerstörter Rasen, Vandalismus, geschlossene Gastronomie im Würfel und Scheitern des Marktes in der Woche. Deshalb will die Stadt jetzt nachbessern – mit Großspielgerät, Calisthenics-Anlage, Boulebahnen und Bänken. Rasen hat nicht standgehalten Rund 895.000 Euro sollen in die Korrekturen des Ursprungskonzepts fließen, 195.000 Euro davon muss die Stadt tragen. Schwerpunkt wird die Überplanung der bisherigen Rasenflächen sein. Der Rasen hielt der starken Nutzung nicht stand, musste ausgewechselt werden und wuchs nicht an. Die Stadt liegt noch im Rechtsstreit mit der ausführenden Firma. Die neue Lösung bietet den Vorteil, dass der Rasen nicht mehr nötig ist. Denn die Fläche wird mit grün eingefärbten dämpfenden Kunststoffbelag bezogen, erläuterte Planer Olaf Staack vom Büro Lützow 7 (Berlin) der Bezirksvertretung Mitte. Damit der Belag für freies Spielen attraktiver wird, größeres Ballspielen wie Fußball oder Basketball aber verhindert, soll er als Hügellandschaft ausgebildet werden. Attraktion ist ein Großspielgerät Hauptattraktion darauf wird ein Großspielgerät mit maximaler Höhe von 2,90 Meter und getragen von einem gelben Stahlrohrgestell. Daran hängt eine Kletternetzkonstruktion mit Rutschen, Schaukeln, Hangelseilen und -leitern, Hüpf- und Balanciermembranen, Pendelsitzen und Lianenseilen – ein Angebot vor allem für Kinder und Jugendliche. Eher Erwachsene, aber auch Jüngere soll die Calisthenics-Anlage anlocken, die mit Reckstangen, Sprossen, Hangelleiter, Klimmzugstangen, Doppelbarren, Schrägbank und Crossfitbar auf ambitionierte Sportler und Laien ausgerichtet sei, so Staack. Die Anlage könne auch für Wettkämpfe genutzt werden. Zur Skateranlage hin soll eine freie Fläche bleiben, damit Skater und BMX-Fahrer bei Veranstaltungen dort Stände oder Zelte aufstellen können. Boulefelder für die Älteren Auch deren Anlage wird durch ein festes Gitter abgetrennt und mit Holzdecks zum Chillen nachgerüstet. Auch Ältere will die Stadt mit zwei fünf mal 14 Meter großen Boulefeldern auf dem oberen Plateau unter den Bäumen ansprechen. Neun Bänke aus Beton mit Holzsitzen sollen auf der Südseite mehr Verweilmöglichkeiten bieten. Bei den Bezirkspolitikern kamen die Pläne gut an. „Großer Wurf, müsste auch die Kritiker mit der Kesselbrinkplanung versöhnen", sagte Frederik Suchla (SPD). „Sehr gelungen", erkannte Dieter Gutknecht (Grüne) an. Hartmut Meichsner mahnte aber an, die Entwässerung des Belages zu gewährleisten und die Sicherheitsnormen zu erfüllen. Alle stimmten zu, bis auf Andre Langeworth (CDU), der befürchtet, dass die Aufbauten durch Vandalismus schnell zerstört würden: „Ich würde zustimmen, wenn in die Sicherheit so viel Geld investiert würde wie in die Aufbauten."

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