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Der Jahnplatz ist aufgrund erhöhter Feinstaubwerte in der Diskussion. - © Sarah Jonek
Der Jahnplatz ist aufgrund erhöhter Feinstaubwerte in der Diskussion. | © Sarah Jonek

Bielefeld Umweltzone am Jahnplatz mit Priorität

Drohende Fahrverbote: Stadt hofft auf EU-Mittel und sucht Wege, Verkehr um den Platz zu lenken

Joachim Uthmann
01.03.2017 | Stand 01.03.2017, 16:42 Uhr

Bielefeld. Der Druck auf die Stadt, die Schadstoffbelastung auf dem Jahnplatz zu senken, steigt. „Wir müssen Verkehr um den Platz lenken, wenn wir die Grenzwerte einhalten wollen", erklärte Umweltamtsleiter Martin Wörmann. Die Einrichtung einer Umweltzone steht dabei ganz oben auf der Liste. Auch der Stadtentwicklungsausschussvorsitzende Georg Fortmeier (SPD) drängt auf ein neues Verkehrskonzept in der City. „Es sind kurzfristige Maßnahmen nötig, eventuell auch als Verkehrsversuch", reagierte Fortmeier auf den gestrigen NW-Bericht über zu erwartende Fahrverbote auf dem Jahnplatz. Fortmeier sagte aber auch: „Fahrverbote allein werden nicht viel bringen. Wir müssen Verkehr reduzieren und um den Platz herumleiten." Denkbar sei eine Reduzierung auf zwei Spuren, um den Jahnplatz für den Durchgangsverkehr unattraktiver zu machen. Umweltdezernentin Anja Ritschel (Grüne): „Weniger Verkehr würde am ehesten Erfolge zeigen." Schnelles handeln gefordert Der SPD-Fraktionschef drängt aber auch zur Eile: „Wir dürfen nicht nur auf die Bezirksregierung setzen." Denn deren aktualisierter Luftreinhalteplan wird frühestens Ende September vorliegen. Bielefeld muss aber schneller handeln – wenn es EU-Mittel einsetzen will. Und die versprechen einen warmen Geldsegen. Nur wenige NRW-Städte sollen aus dem Fördertopf „Emissionsfreie Innenstadt" schöpfen können, der mit etwa 40 Millionen Euro ausgestattet ist. Ritschel: „Das wäre für den Jahnplatz ein guter Baustein." Denn klar ist auch, dass allein eine Umweltzone oder eine Umrüstung der Busflotte auf Elektro die Stickoxidwerte noch nicht ausreichend drücken würden. Auf Antrag von SPD, Grünen, Bürgernähe und Piraten beschloss der Umweltausschuss des Rates, dass die Verwaltung kurzfristig ein Verkehrskonzept erarbeitet, um die Schadstoffbelastung auf dem Jahnplatz deutlich zu reduzieren. Eine Option ist dabei eine oberirdische Stadtbahnführung. Martin Schmelz (Bürgernähe): „Das wäre wirksame Elektromobilität." Gesamtkonzept muss stimmen CDU und BfB können sich mit Umweltzonen und Fahrverboten nicht anfreunden, wie Alexander Rüsing (CDU) betonte. Er plädierte dafür, auch andere Maßnahmen wie „Citytree" (begrünte Litfaßsäulen) zu prüfen. Bis Juli will die Stadt jetzt ein Konzept aufstellen.

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