Rochdale-Barracks: Konkrete
 Pläne gibt
es noch nicht. - © Wolfgang Rudolf
Rochdale-Barracks: Konkrete
 Pläne gibt
es noch nicht. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Stadt Bielefeld hat noch keine Ideen für die ehemaligen britischen Kasernen

Konversion: Für die Catterick- und Rochdale-Barracks werden neue Nutzungen gesucht. Der Rat hat jetzt Voruntersuchungen beschlossen

Bielefeld. Seit 2013 ist Bielefeld Hauptquartier der britischen Armee in Deutschland. Rund 350 Soldaten und Zivilangestellte sind noch in der Stadt stationiert. Bis Ende 2019 sollen auch sie abziehen. Dann werden mit der Catterick- und der Rochdale-Kaserne die beiden letzten britischen Armee-Areale in Bielefeld frei. Neben den Kasernen gibt es rund 468 Wohnungen an sieben Standorten. Es handelt vielfach um einfache Reihenhäuser. Mehrere Bürgerinitiativen machen sich bereits Gedanken um die Zukunft der Wohnanlagen. Sie hoffen unter anderem, dass preiswerter Wohnraum entsteht und dass die Siedlungen sozialverträglich entwickelt werden. Während die Zukunft der Soldatenwohnungen noch unklar ist, hat die Stadt mit den Vorbereitungen für eine Umwandlung der Kasernen begonnen. Um daran möglichst viele Bürger zu beteiligen, haben Informationsveranstaltungen stattgefunden und ein Online-Portal zur Konversion in Bielefeld wurde eingerichtet. Geplant ist zudem ein runder Tisch. Konkrete Vorstellungen für eine zivile Nutzung der Kasernen gibt es jedoch noch nicht. Damit geklärt werden kann, was dort überhaupt möglich ist, hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung beschlossen, dass Voruntersuchungen durchgeführt werden. Die Kasernen an der Oldentruper und der Detmolderstraße haben zusammen eine Größe von 43 Hektar. Neben Mannschaftsunterkünften befinden sich dort unter anderem Tageseinrichtungen für Kinder, Sportplätze, Werkstätten, Lagerhallen und Verwaltungsbüros. Die Stadt betont, dass die künftige Entwicklung der Kasernenbereiche von "besonderem öffentlichen Interesse" ist. Ob sie ihr Vorkaufsrecht nutzt und die Flächen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erwirbt, muss noch geklärt werden. Die nun beschlossenen Voruntersuchungen sollen auch ergeben, ob die Stadt das Planungsinstrument "städtebauliche Entwicklungsmaßnahme" nutzen kann. Das würde unter anderem dazu führen, dass die Stadt bei Verkaufsverhandlungen mit der BImA günstigere Konditionen erzielen kann. Ansonsten könnte der Bund Wertsteigerungen, die sich aus einer Änderung der Nutzungsmöglichkeiten für die Kasernen ergeben, abschöpfen. Fünf Kasernen und militärische Einrichtungen, die ursprünglich in den 1930er Jahren für die Wehrmacht gebaut worden waren und nach dem Zweiten Weltkrieg von den Briten übernommen wurden, werden bereits zivil genutzt. Zwar ist der ursprüngliche Zweck der Immobilien noch an vielen Stellen erkennbar, doch die Nutzung hat sich deutlich geändert: Die Harrogate Barracks sind zum Wohnpark geworden. Die Richmond Barracks beherbergen heute unter anderem das Lenkwerk und die zentrale Ausländerbehörde. Auf dem Areal der Redcar Barracks, ursprünglich Verpflegungsamt der Wehrmacht, sitzen heute das THW und das Sauerstoffwerk Friedrichshafen GmbH. Das Rochdale Depot an der Meisenstraße wird von der GAB und der Eurobahn genutzt. Zudem befinden sich dort das Kulturzentrum Kuks und ein Kletterzentrum. Die Ripon Barracks bieten heute Raum für die Georg-Müller-Schule, das Elfriede-Eilers-Zentrum und ein neues Wohngebiet.

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