Klären auf: Aktivisten gehen als Pelz-Polizei durch Fußgängerzonen. Hier sind sie in Münster zu sehen. - © Deutsches Tierschutzbüro
Klären auf: Aktivisten gehen als Pelz-Polizei durch Fußgängerzonen. Hier sind sie in Münster zu sehen. | © Deutsches Tierschutzbüro

Bielefeld Pelz-Polizei läuft durch Bielefeld

Tierschützer untersuchen, ob Passanten echte oder künstliche Felle tragen

Anneke Quasdorf

Bielefeld. Wer in den vergangenen Tagen in der Bielefelder Fußgängerzone unterwegs war, dem dürften sie aufgefallen sein: Menschen in blauen Jacken, immer im Gespräch mit Passanten, die eines einte: Pelzbesatz an der Kleidung. Die Pelz-Polizei des Deutschen Tierschutzbüros war in Münster und in OWL unterwegs. Die Aktivisten sprachen Passanten an, um aufzuklären. Denn eines der größten Probleme ist laut Tierschutzbüro die immer noch fehlende Deklarationspflicht in Deutschland. Sehr viele Verbraucher wüssten oftmals gar nicht, dass es sich bei dem erworbenen Produkt um Echtpelz handele. Viele orientierten sich am Preis. Da Kunstpelz jedoch sogar teurer sein könne als Echtpelz, habe diese Angabe keine Aussagekraft. "Verbraucher werden hier nicht umfassend aufgeklärt, deswegen geht die Pelz Polizei auf Streife und hilft bei der Aufklärung", so Aktivistin Jennifer Schöpf. Zwar sei die Bezeichnung "enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs" vorgeschrieben. "Diese Angabe sagt aber überhaupt nichts über die verwendete Tierart, die Herkunft, geschweige denn die Haltungsbedingungen aus, zumal sie häufig schlichtweg nicht an dem Produkt angebracht ist." Guter Test: Reinpusten Um hier für mehr Klarheit zu sorgen, boten die Aktivisten vor Ort den Service an, Kleidung zu untersuchen und zu testen, ob es sich dabei um Echt- oder Kunstpelz handelte. Außerdem erklärten sie interessierten Passanten, wie sie das ganz leicht selbst erkennen können: Neigen sich beim Reinpusten in den Pelz die Haare zur Seite und lassen eine leicht gekräuselte Unterwolle erkennen, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Echtpelz. Echter Pelz habe als Untergrund außerdem Leder, während Kunstpelz eine gewebte Struktur aus Textilfasern zugrundeliege. Eine weitere Möglichkeit biete das Anzünden einiger abgeschnittener Pelzhaare: Riecht es danach nach Plastik, ist der Fall klar. Echter Pelz riecht nach Horn oder Haaren. Hintergrund der Aktion ist die immer noch hohe Zahl von Tieren, die jährlich im Namen der Mode ihr Leben lassen. Zudem werden Pelztiere auf riesigen Farmen unter unwürdigen Bedingungen gezüchtet. Oft werden sie in kleinen Drahtgitterboxen gehalten und nach wenigen Monaten getötet.

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