0
Tierärzte und Tierheim bieten Kastrationen zu Sonderkonditionen an. - © Christian Weische
Tierärzte und Tierheim bieten Kastrationen zu Sonderkonditionen an. | © Christian Weische

Bielefeld Warum die Bielefelder ihre Katzen kastrieren lassen sollten

Tierschutzverein, Tierärzte und Tierschützer raten zu Eingriff. Veterinäre bieten im Januar und Februar Sonderkonditionen an

Ansgar Mönter
15.01.2017 | Stand 15.01.2017, 10:59 Uhr

Bielefeld. Es gibt ein Problem mit freilaufenden Katzen, in Bielefeld und anderswo. Die Tiere vermehren sich zu stark. Dagegen muss etwas getan werden. Das ist Konsens. Tierschutzverein, private Tierschützer und Tierärzte sehen das so. Sie bitten auch die Hauskatzenbesitzer von Bielefeld, ihre Lieblinge zu kastrieren. Sie haben dafür einige Argumente.

Im Grabeland am Grünzug Wiesenbach in Schildesche lebt eine Katzenkolonie. In einer heruntergekommenen Baracke treffen sich die Tiere, um sich vor dem Wetter zu schützen. Dort finden sie Futter. Das bringen ihnen Cornelia Feierabend, Tina Schürmann und weitere Tierschützerinnen. 21 Katzen streunern dort derzeit herum, Tendenz steigend.

Katzen bekommen zwei bis drei Mal pro Jahr Junge. „Vier bis fünf pro Wurf", erklärt Tierarzt Martin Schilling. Jeder könne sich ausrechnen, wie schnell die Population wachse, selbst, wenn nur zwei durchkämen, so der Veterinär.

Helmut Tiekötter vom Tierschutzverein in Bielefeld schätzt, dass es derzeit gut 1.000 freilaufende Katzen in der Stadt gibt. Vielleicht sogar mehr. „In fast allen Grabeländern leben sie", sagt er. Gut findet Tiekötter das nicht. Es sind einfach zu viele. „Zwei Millionen Singvögel werden durch Katzen pro Jahr in Deutschland getötet, daran muss man auch denken." Deshalb setzt er mit dem Tierschutzverein auf Kastration. Er empfiehlt das Hauskatzenbesitzern ebenso, weil die Kater oder Sofakatzen sich bei an der Vermehrung der eigenen Art gerne beteiligen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben.

Cornelia Feierabend und die Katzenfreundinnen vom Wiesenbach beobachten die Entwicklung seit Jahren. 2015 bemerkten sie, dass ein ehemaliger Grabelandpächter seine Katze einfach auf dem verlassenen Grundstück zurück ließ. Ruckzuck wurden es mehr und mehr. Seitdem bemühen sich die Frauen, die Tiere zu vermitteln, um die Lage übersichtlich zu halten. Auch sie setzen auf Kastration.

Für eine Vermittlung haben sie gute Argumente. „Sie sind sehr zahm", sagt Feierabend. Die Katzen vom Grabeland unterstreichen das. Sie kommen den Frauen ganz nah, selbst, wenn diese mit Hund da sind.

Wer sich vorstellen kann, eine der freilaufenden Tiere zu nehmen, kann sich an den Tierschutzverein wenden. Der ist zu erreichen unter Tel. (05205) 984 30.

Empfohlene Artikel

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken

NW News

Jetzt installieren