Filmszene: Schauspieler Björn Ingmar Böske in "Das Märchen vom Schlaraffenland". - © Ben Knabe/Hessischer Rundfunk
Filmszene: Schauspieler Björn Ingmar Böske in "Das Märchen vom Schlaraffenland". | © Ben Knabe/Hessischer Rundfunk

Bielefeld Bielefelder spielt an Weihnachten in Fernseh-Märchen mit

Verfilmung: Der Bielefelder Björn Ingmar Böske spielt in "Schlaraffenland" aus der Reihe "Sechs auf einen Streich" mit

Ariane Mönikes

Bielefeld. Längst hat er Bielefeld den Rücken gekehrt, wohnt mittlerweile in Potsdam. Doch wenn es auf Weihnachten zugeht, kommt Björn Ingmar Böske immer wieder zurück in seine Heimat. Am zweiten Weihnachtstag wird er sich mit seiner Familie dann natürlich "Das Märchen vom Schlaraffenland" (ARD, 26. Dezember, 13.35 Uhr) ansehen. Dort nämlich spielt der 25-Jährige die Hauptrolle. Es ist sein erster Film überhaupt. "Als kleiner Junge haben mir Rollenspiele irgendwie gefallen", sagt Böske, der gerade mit seiner Freundin Bella Peguero (21) in Ostwestfalen-Lippe zu Besuch ist. Böske wurde in Leopoldshöhe groß, ging dort in die Grundschule. "Ich fand es irgendwie cool, in andere Rollen zu schlüpfen", erzählt er weiter. Aber da dachte er noch lange nicht daran, Schauspieler zu werden. Erst während seiner Zeit auf dem Heeper Gymnasium leckte er Blut. In der Oberstufe stand er als Musicaldarsteller in "Grease" auf der Bühne, bekam sogar die Hauptrolle. Und auch während eines Auslandsjahres in Norwegen, wo er an einer Schule Theater spielte, kam er immer wieder mit der Schauspielerei in Berührung. "Ich bin dann hängen geblieben", sagt er. Parallel zur Schule war Böske drei Jahre im Jugendclub des Theaters, spielte viel im TAM Zwei. Nach dem Abi dann wollte er Biologie studieren, erzählt er, bekam im Nachrückverfahren mehrere Zusagen. Doch Böske entschied sich, ein Jahr etwas anderes zu machen und kam zum Bochumer Projekt "Theater Total", in dem jugendliche Laien unter professioneller Anleitung für mehrere Monate auf der Bühne stehen. "Ich kam viel rum", erzählt er. "Eine sehr coole Zeit." Böske konnte sich aber nicht ausschließlich auf die Schauspielkunst konzentrieren, er kümmerte sich auch um Bühnenbild und Kostüme. "Wir haben alles selber gemacht." Nach der Tournee bewarb er sich dann bei der Schauspielschule Potsdam, ist mittlerweile im siebten Semester. "Nächstes Jahr schreibe ich meine Bachelorarbeit, dann bin ich fertig." Kommende Woche hat er drei Vorsprechen am Theater. Er kann sich aber auch vorstellen, fürs Fernsehen zu arbeiten. So wie für "Das Märchen vom Schlaraffenland". Dort landete er übrigens eher durch Zufall. "Eine Dozentin hatte Kontakte, ich bewarb mich mit einem Video." Böske bekam die Hauptrolle. Seit 2008 verfilmt die ARD im Rahmen der Reihe "Sechs auf einen Streich" Märchenklassiker neu, überwiegend Geschichten von den Brüdern Grimm und Hans Christian Andersen. Am 1. und 2. Weihnachtstag gibt es gleich vier neue Märchenfilme, darunter auch die Produktion "Das Märchen vom Schlaraffenland" des Hessischen Rundfunks. Bereits im Juli 2015 wurde gedreht, 18 Drehtage war Böske im Einsatz. Im Studio in Frankfurt stand er vor der Kamera, genauso im Taunus. Obwohl zu seiner Ausbildung in Potsdam auch Filmschauspiel gehörte, erlebte er Überraschendes am Set: "Ich hatte sehr viele Menschen um mich herum", erzählt er. "Die Haare wurden mir gemacht, mein Bart geschnitten und jemand legte mir meine Strümpfe bereit." Das war neu für ihn. Als Arbeit empfand er den Dreh aber nicht. "Jeder Tag hat aufs Neue Spaß gemacht." Seine Kollegen waren durchaus prominent: In den Hauptrollen sind neben Böske Klara und Heikko Deutschmann, Friedrich Liechtenstein und Florian Wünsche zu sehen. Insgesamt sind bislang mehr als 30 einstündige Filme in der Reihe entstanden. Obwohl seit 2010 jährlich nur noch vier Filme gedreht wurden, wurde der Titel "Sechs auf einen Streich" beibehalten. In diesem Jahr wird die mittlerweile neunte Staffel gezeigt. Zu sehen sind neben "Das Märchen vom Schlaraffenlans" der Gebrüder Grimm noch "Hans im Glück", "Das singende, klingende Bäumchen" und "Prinz Himmelblau und Fee Lupine". Nach Weihnachten fährt Böske erst mal mit seiner Freundin nach Paris, um Urlaub zu machen. Dann geht?s zurück nach Potsdam. Dort wartet dann vielleicht auch schon die nächste Hauptrolle auf ihn.

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