Das Hauptverwaltungsgebäude der Bodelschwinghschen Stiftung Bethel. - © dpa
Das Hauptverwaltungsgebäude der Bodelschwinghschen Stiftung Bethel. | © dpa

Bielefeld/Düsseldorf 1,5 Millionen Euro für Bethel-Projekte

Förderung: Stiftung Wohlfahrtspflege unterstützt zwei unterschiedliche Wohnprojekte

Bielefeld/Düsseldorf. Mit 1,5 Millionen Euro unterstützt die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW zwei Bethel-Projekte. Die Förderbescheide übergab Günter Garbrecht, NRW-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Landtagsausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Die Mittel gehen an das Modellprojekt „WiEWohnen" für Menschen mit seelischen Behinderungen und das Projekt „Wahlmöglichkeiten sichern!” für Menschen mit komplexer Behinderung und pflegerischem Unterstützungsbedarf. In Nordrhein-Westfalen erhielten 2015 fast 45.000 Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen Leistungen aus der Eingliederungshilfe, davon 9.438 Menschen Unterstützung in Heimen und 35.414 Menschen ambulante Unterstützung in der eigenen Wohnung. Außer dem finanziellen Aufwand und den jährlich steigenden Zahlen ist wenig darüber bekannt, welche Leistungen zur sozialen Rehabilitation im Lebensbereich Wohnen tatsächlich erbracht werden, wie sie wirken und für wen welche Hilfe in welcher Wohnform die beste ist. Ein Ziel ist die
 Ermittlung von
 Wohnwünschen Mit dem „Modellprojekt WiEWohnen" will Bethel.regional die Wirksamkeit von Maßnahmen der „Eingliederungshilfe Wohnen für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen" untersuchen. Beteiligt sind die Forschungsabteilung des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld, der Lehrstuhl Psychiatrische Pflege an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld-Bethel und die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern. Wesentliche Ziele des Projekts sind die Entwicklung von empirisch begründeten Standards für die Hilfen im Bereich Wohnen, insbesondere von Kriterien für eine differenziertere Zuweisung zu unterschiedlichen Wohnangeboten und die Schaffung verbesserter Grundlagen für sozialpolitische Entscheidungen in NRW, besonders im Rahmen der anstehenden, bundeslandspezifischen Ausgestaltung des neuen Bundesteilhabegesetzes. Das Projekt wird von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW mit 788.000 Euro gefördert. Es wird im April 2017 starten und im Herbst 2020 abgeschlossen sein. Weitere 700.000 Euro übergab Günter Garbrecht als Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Wohlfahrtspflege an das Projekt „Wahlmöglichkeiten sichern! – Wohnen für Menschen mit komplexer Behinderung und pflegerischem Unterstützungsbedarf”, das Bethel.regional gemeinsam mit der Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe (Bochum) entwickelt. „Ziel ist es, die Selbstbestimmungsmöglichkeiten von Menschen mit komplexer Behinderung und pflegerischem Unterstützungsbedarf zu verbessern", erklärte Projektleiter Peter Franke. Aktuell lebt diese Gruppe deutlich seltener als Menschen mit geringerem Hilfebedarf in einer eigenen Wohnung. „Mit dem Projekt sollen auch diese Betroffenen mehr Wahlfreiheit zwischen stationären und ambulanten Angeboten bekommen", betonte Günter Garbrecht bei der Übergabe des Bescheids. Der Stiftungsbereich Bethel.regional will in dem Projekt, das im September gestartet ist und im Herbst 2019 abgeschlossen sein soll, zudem „Handwerkszeug" für eine zuverlässige Ermittlung von Wohnwünschen entwickeln und deren Umsetzung vorantreiben.

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