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Die 17-jährige Sandra Zimmermann starb im März 1992, zwei Monate später wurde ihre Leiche bei Hüllhorst gefunden. - © Tyler Larkin
Die 17-jährige Sandra Zimmermann starb im März 1992, zwei Monate später wurde ihre Leiche bei Hüllhorst gefunden. | © Tyler Larkin

Bielefeld/Hüllhorst/Bad Salzuflen/Bünde Neue Ermittlungen im Mordfall Sandra Zimmermann von 1992

Mordgeständnis unter Gefängnisinsassen könnte den Täter doch noch überführen

Dennis Rother
20.10.2016 | Stand 26.10.2016, 06:25 Uhr
Jens Reichenbach

Bielefeld/Hüllhorst/Bad Salzuflen/Bünde. Ein Geständnis unter JVA-Insassen könnte jetzt zur späten Aufklärung des Mordes an Sandra Zimmermann von 1992 führen. Wie berichtet, hatte ein mutmaßlicher Tankstellenräuber in seinem Prozess von den vermeintlichen Aussagen seines Mitinsassen berichtet und diese auf acht Seiten Papier aufgeschrieben. Wie nun bekannt wurde, handelt es sich bei dem Mann, der vermeintlich einen Mord gestanden hat, um einen alten Bekannten für die Kripoermittler. Ein wegen Mordes lebenslang verurteilte Bünder, der 2011 unweit des Fundorts der Leiche von Sandra Zimmermann mit einer Freundin zusammen eine 28-jährige Frau erdrosselt und verbrannt hatte, war im Zuge dieser Ermittlungen auch wegen des Mordes an Zimmermann in Verdacht geraten. In einer spontanen Bemerkung hatte sich der Bünder 2011 selbst in dem älteren Mordfall verdächtig gemacht. Sandra Zimmermann war am 15. März 1992 auf dem Weg von Bünde in ihre Heimatstadt Bad Salzuflen verschwunden. Sie wurde vergewaltigt, ermordet und am 10. Mai 1992 an der Kahlen Wart bei Hüllhorst (Kreis Minden-Lübbecke) gefunden. 300 Meter von dem Fundort entfernt fanden die Ermittler 2011 auch die Frauenleiche, die der nun erneut belastete Bünder und seine Freundin getötet haben. Donnerstagvormittag durchsuchten Östermann und seine Kollegen die frühere Wohnung des Bünders, konnten aber an beschriebener Stelle – in einem Tresor im Keller – keine der beschriebenen Gegenstände finden. „Ich hatte große Hoffnung, dort neue Erkenntnisse zu erhalten. Sie sind erst einmal zerstoben", sagte Östermann gegenüber nw.de. Er wolle mit Staatsanwalt Christoph Mackel am Montag das weitere Vorgehen abstimmen. Es müsse geprüft werden, wie glaubwürdig das Geständnis des Bünders sei. Der Häftling neige zu Übertreibungen. Erst 2014 hatte die Familie der damals 17-Jährigen Zimmermann nochmals alle Hoffnungen auf neue Erkenntnisse gesetzt, die die bekannte ZDF-Sendung Aktenzeichen XY bringen sollte.

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