Kann greifen: Der Roboter vom Typ Floka in Aktion. - © Barbara Franke
Kann greifen: Der Roboter vom Typ Floka in Aktion. | © Barbara Franke

Bielefeld Uni-Team gewinnt Roboter-WM

Ein Team der Uni Bielefeld hat die Weltmeisterschaft für Roboter in Leipzig gewonnen. Die Flexibilität ihrer Haushaltshelfer brachte am Ende den Sieg

Bielefeld. Es klingelt. Ein grauer Roboter fährt an eine Gruppe von Männern heran. "Soll ich die Tür öffnen?", fragt er. "Ja bitte, Tobi", lautet die Antwort. Die Maschine öffnet die Tür, stellt sich vor, bringt den Gast herein und wünscht einen schönen Aufenthalt. Für die Mitarbeiter des Exzellenzclusters Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Uni Bielefeld gehören solche Szenen zum Arbeitsalltag. Sie entwickeln und programmieren Serviceroboter. Mit denen haben sie jetzt den größtmöglichen Titel geholt. Anfang Juli war ein 14-köpfiges Citec-Team nach Leipzig gereist, um am Robo-Cup teilzunehmen - der Weltmeisterschaft für Roboter. Im Gepäck hatten die Bielefelder Floka und Tobi, zwei elektronische Haushaltshelfer, die von einigen Minirobotern unterstützt werden. Letztere sind nur so groß wie ein Handball. Floka und Tobi hingegen erreichen die Größe zweier Teenager. Während Tobi als Kommunikator fungiert, der Menschen direkt anspricht und sie fragt, was sie möchten, ist Floka eher der praktische Helfer. Der Roboter kann seine Höhe verändern und verfügt über Greifarme mit menschenähnlichen Händen. Ihn nahmen die Bielefelder zum ersten Mal mit zum Robo-Cup. Für Tobi war es bereits der siebte große Wettbewerb. In Leipzig traten die Roboter gemeinsam in der Kategorie für Haushaltshelfer an. "Hier ging es vor allem um die Interaktion zwischen Mensch und Roboter, um die soziale Relevanz der Maschinen und darum, innerhalb kürzester Zeit zeigen zu können, was sie können," sagt Team-Mitglied Sebastian Meyer zu Borgsen. Drei Runden hatten die Roboter zu überstehen: Eine Vorrunde, einen Hauptteil und das Finale. Die erste Runde schaffte das Mensch-Maschine-Team mühelos. Im Mittelteil der Meisterschaft mussten Floka und Tobi dann kompliziertere Aufgaben bewältigen. "Sie sollten zum Beispiel Regale einräumen oder sortieren, Gegenstände wegräumen und zeigen, dass sie in der Lage sind, Hindernisse zu erkennen und ihnen auszuweichen", erklärt Teamleiter Sven Wachsmuth. Auch Navigation gehörte zu den Fähigkeiten, die von einem Haushaltshelfer erwartet wurde. So sollte Tobi beispielsweise einem Menschen folgen und später alleine den Weg zurückfinden. Das klappte so gut, dass die Bielefelder mit vier weiteren Mannschaften aus China, Holland und Japan ins Finale einzogen. Dort durften sie frei improvisieren und bewiesen schlussendlich, dass ihre Roboter die flexibelsten waren. Floka etwa war in der Lage, Gegenstände von allen Seiten zu greifen. Und Tobi konnte sich an Vergangenes erinnern und war dadurch in der Lage, Aufgaben abzuarbeiten. Ihren Sieg feierten die Bielefelder jetzt mit einem großen Fest im Foyer des CITEC.

realisiert durch evolver group