Laden zum OWL-Bluesfest: Michael van Merwyk (l.) und Jürgen Schildmann alias Greyhound George vor der Extra Blues-Bar, gerade als bester deutscher Bluesclub mit einem German Blues Award ausgezeichnet. - © Andreas Frücht
Laden zum OWL-Bluesfest: Michael van Merwyk (l.) und Jürgen Schildmann alias Greyhound George vor der Extra Blues-Bar, gerade als bester deutscher Bluesclub mit einem German Blues Award ausgezeichnet. | © Andreas Frücht

Kultur Bielefelder Gipfeltreffen der OWL-Bluesszene

Preisträger und Nominierte der German Blues Awards musizieren am 30. Juli in verschiedenen Besetzungen in der „Extra Blues-Bar“ an der Kreuzstraße

Bielefeld. Vier der insgesamt zehn German Blues Awards gingen diesmal nach OWL. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass Ostwestfalen-Lippe das Bluesdelta der Republik ist, dann wurde er bei der Verleihung in Eutin eindrucksvoll geliefert. Grund genug, die heimische Bluesszene einmal gebührend zu feiern: Mit einem All-Star-Konzert am 30. Juli in der „Extra-Blues-Bar", die als Bester Bluesclub Deutschlands ebenfalls in Eutin ausgezeichnet wurde. „Ich denke, es ist mal an der Zeit für so ein Treffen", sagt Michael van Merwyk. Dem vielseitigen und vielbeschäftigten Musiker, diesmal mit zwei Preisen bedacht, „Bester Sänger und Bester Gitarrist", liegt sehr daran, die Blues-Qualitäten der Region stärker bekannt zu machen und neues Publikum anzusprechen. „Wir haben hier eine Menge sehr guter Künstler, die auch international unterwegs sind. In der Szene passiert unheimlich viel. Es gibt einmal im Monat Sessions in der Extra Blues-Bar und im Jazzclub. Der Medaillenregen bei den German Blues Awards ist ein guter Anlass, dafür zu werben", sagt der Zwei-Meter-Mann mit unverkennbarer Brummelstimme. In der Hausband des Roadhouse in Rheda-Wiedenbrück lernte van Merwyk einst sein Handwerk, jammte mit Legenden wie Jimmy Rogers, Larry Garner und Jimmy Johnson. Inzwischen ist er mit insgesamt fünf Formationen auf deutschen und internationalen Bühnen präsent. 2013 erreichte er mit „Bluesoul" einen sensationellen zweiten Platz bei der International Blues Challenge (IBC) in Memphis, Tennessee. Erstmals in der langen Geschichte der von amerikanischen Künstlern dominierten IBC schaffte damit eine europäische Band in Memphis überhaupt eine Platzierung. „OWL macht als Blues-Hochburg Furore. Das ist kein dummes Zeug, wie die Awards zeigen", betont der Musiker. Dass das OWL-Bluesfest in der „Extra Blues-Bar" stattfindet, drängte sich auf, nicht nur wegen des Awards. Mit diesem Club verbindet van Merwyk ganz besondere Erinnerungen, die teils 30 Jahre zurückreichen. Hier hat er unzählige Bluesgrößen und Bands gehört, hier ist er selbst häufig aufgetreten. „Ohne diesen Laden wäre ich jemand anders", sagt er. Dieter „Hussy" Hussmann, inzwischen gestorbener Club-Gründer und hoch geschätzter intuitiver Bluesfachmann, habe ihn immer wieder bestärkt weiterzumachen. Auch van Merwyks Mitstreiter in Sachen Bluesfest, Jürgen Schildmann, hat wiederholt in der „Extra Blues-Bar" gespielt. Regelmäßig tritt er als Gastgeber der „Blue Monday-Reihe" im „Spökes" in Schildesche auf. Seit 2009 wird die „Extra Blues-Bar" in Nachbarschaft zum Bunker Ulmenwall an der Kreuzstraße gelegen, vom Verein Extra Blues e. V. betrieben. „Viel näher kommt man in OWL an die Atmosphäre der Juke Joints im Süden der USA nicht heran", ist van Merwyk überzeugt. Die Preisträger dieses Jahres, ermittelt per Abstimmung auf der Website des veranstaltenden Vereins Baltic Blues e. V., sind als Bluesfest-Teilnehmer sozusagen gesetzt. Neben van Merwyk ist das der Sänger und Gitarrist Richie Arndt, dessen „Mississippi"-Doppel-CD einen Award als Tonträger des Jahres bekam. Auch das nominierte Duo Greyhound George (Gesang, Gitarre) und Andy Grünert (Mundharmonika), das Deutschland im Januar in der IBC-Endrunde in Memphis, Tennessee, vertrat, ist dabei. „Wir werden mit einem Akustik-Set beginnen, den Greyhound George, Andy Grünert und Bad Temper Joe bestreiten", kündigt van Merwyk an. „Dann sind Bluesrock-Sessions mit verschiedenen Band-Besetzungen geplant. Da werde ich mitspielen und als Organisator auch ein bisschen im Hintergrund Regie führen. Richie Arndt ist dabei, Wolfgang Schäfer, Bassist der Lohmann Kapelle, am Schlagzeug Detlev Schütte. Es soll eine Präsentation der lokalen Bluesszene werden, eine Art Revue". Auch einige auswärtige Gäste sind eingeladen, darunter Tanja Telschow aus Mannheim, die bei den German Blues Awards in der Kategorie „Gesang weiblich" gewonnen hat. Mit dabei sind auch: Bad Temper Joe, Gesang und Gitarre, sowie Gerd Gorke, Harp und Gesang. „Der Abend richtet sich ausdrücklich auch an Nicht-Bluesfans", unterstreicht van Merwyk. „Wir möchten eine Vorstellung davon vermitteln, was Blues in OWL bedeutet."

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