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Rhythmus im Blut: Die Schüler bringen die Rudolf-Oetker-Halle mit Maurerwannen und Drumsticks zum Beben. Vor ihnen hat die Gruppe "Body Rhythm Factory" ihre Instrumente aufgebaut. - © Wolfgang Rudolf
Rhythmus im Blut: Die Schüler bringen die Rudolf-Oetker-Halle mit Maurerwannen und Drumsticks zum Beben. Vor ihnen hat die Gruppe "Body Rhythm Factory" ihre Instrumente aufgebaut. | © Wolfgang Rudolf

Mitte Schüler und dänische Percussion-Gruppe geben Konzert

50-minütiges Programm mit vollem Körpereinsatz

02.05.2016 | Stand 01.05.2016, 20:50 Uhr

Mitte. Eine Gruppe schwarz gekleideter Jugendlicher steht unruhig im Eingangsbereich der Rudolf-Oetker-Halle. Die Schüler haben umgedrehte Maurerwannen umgebunden und Holzstäbe, sogenannte Drumsticks, in den Händen. "Absolute Ruhe und Konzentration", sagt Britta Grabitzky, Konzertpädagogin des Theaters Bielefeld, und schickt die Schüler hinter die Bühne. Sie ist Initiatorin des Projekts "Body Rhythm goes school". Schon öfter waren die Musiker von "Body Rhythm", Peter Stavrum, Sune S. Vraa Nielsen und Rune Thorsteinsson, für Konzerte in Bielefeld. Dieses Mal wird es eng auf der Bühne - 320 Schüler der Klasse sieben bis neun treten nämlich zusammen mit den Dänen auf. "Bum, bum, bum", gibt Thorsteinsson den Takt auf seiner Trommel vor, dann erfüllen 320 Trommelschläge den Saal. Mit Schildern und Handzeichen dirigiert er das Spiel der Schüler. Mal spielt die linke Seite einen anderen Rhythmus als die rechte, verändert sich das Tempo. Je höher er die Hände hebt, desto lauter werden die Schläge. In einige der Stücke bringen die Künstler Keyboard, Schlagzeug und Percussioninstrumente ein. Sie füllen den Raum mit Latino Sounds. Auf Begeisterung im Publikum trifft Thorsteinssons Choreographie aus Klatschen und Schritten. Die Jugendlichen fangen an, die Handbewegungen und Geräusche nachzumachen, und der Musiker initiiert einen musikalischen Kampf zwischen Publikum und den Schülern auf der Bühne. Klatschen, Stampfen, Geräusche mit dem Mund machen - wer sich auf eine Stunde rumsitzen eingestellt hatte, war hier falsch. Jugendliche auf und vor der Bühne werden zum gewaltigen Musikinstrument. Das Projekt wurde von der Theaterstiftung unterstützt. An drei Tagen haben Stavrum und Thorsteinsson mit den Jugendlichen geprobt. Es sind Schüler der Jahrgangsstufe sieben der Felix-Fechenbach-Gesamtschule Leopoldshöhe, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Gesamtschule, des Max-Planck-Gymnasiums sowie insgesamt drei internationale Klassen der Luisenschule und der Gesamtschule Rosenhöhe am Projekt beteiligt. Die 90-minütigen Workshops fanden in den Schulen statt. Wobei man da hätte aufpassen müssen, dass in den Nachbarräumen kein Unterricht stattfand, so Britta Grabitzky. Die benötigten Maurerwannen und Drumsticks hat das dänische Trio aus Kopenhagen mitgebracht. "Die Schüler haben erst keine Werbung für das Konzertgemacht", sagt Britta Grabitzky. "Bei der Generalprobe in der Rudolf-Oetker-Halle haben sie dann gemerkt, dass das was Großes ist." Etwa 500 Schüler haben sich das Spektakel angeguckt. Eine weitere Veranstaltung für Verwandte und Interessierte folgte nachmittags. Weitere Projekte dieser Art sollen ebenfalls folgen.

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