1
Bürgerinitiative gegen die B66n fordert die Politik zu einer abschließenden Lösung. - © Sarah Jonek
Bürgerinitiative gegen die B66n fordert die Politik zu einer abschließenden Lösung. | © Sarah Jonek

Bielefeld Bielefelder Rat stimmt gegen Bundesstraße 66n

Andrea Rolfes
28.04.2016 | Stand 29.04.2016, 10:47 Uhr

Bielefeld. Der Bau einer vierspurigen Bundesstraße quer durch den Bielefelder Osten ist vom Tisch. Mit einer breiten Mehrheit hat der Rat der Stadt die Aufnahme der B66n in den Bundesverkehrsplan 2030 abgelehnt.

Er folgte damit einer Entscheidung des Stadtentwicklungsausschusses, dessen Mitglieder die Notwendigkeit der 40 Meter breiten Straße ebenfalls nicht sahen. Vor dem Rathaus waren zuvor rund 200 Menschen zusammengekommen, um gegen die Bundesstraße zu demonstrieren. Christine Schönherr zeigte sich erleichtert. Sie gehört zu den Bielefeldern, die gegen die B66n protestiert hatten. Ihr gehört ein Schrebergarten in einer Kleingartenkolonie, die der Schnellstraße hätte weichen müssen.

Die B 66n als Autobahnzubringer im Bereich Hillegossen und Ubbedissen existiert bereits. Eine Verlängerung bis zum Ostwestfalendamm war vor Jahren diskutiert worden, schien aber längst vergessen. Die Wiederaufnahme der vierspurigen Schnellstraße in den Bundesverkehrswegeplan kam für viele unerwartet – und hat in den vergangenen Wochen in der Stadt für Aufregung gesorgt. „Grünes Band statt grauer Beton" war auf Transparenten der Demonstranten vor dem Rathaus zu lesen.

Entsprechend laut war der Applaus der Gäste im Ratsaal, als die Fraktionen der SPD, Grünen, Piraten, Bürgernähe und der Linken beschlossen hatten, dass eine weitere Schnellstraße auf Bielefelder Stadtgebiet „nachweisbar keinen verkehrlichen Nutzen" mitbringen würde. SPD-Ratsmitglied Franz: „Die Straße ist als sinnvolle Ortsumgehung schwer nachvollziehbar, wenn auf 6,2 Kilometern die Trasse mitten durch den Ort geht."
Die CDU, FDP und BfB waren anderer Auffassung. Holger Nolte (CDU) betonte, dass die Mitglieder seiner Partei sich einig seien, dass die Trasse für eine mögliche Bundesstraße freigehalten werden müsse. „Wenn wir sie jetzt beerdigen, sei ein solches Straßenprojekt künftig nicht mehr möglich." In einer prosperierenden, in der Bevölkerung wachsenden Stadt sei das die falsche Entscheidung. Ein weiteres von vielen Argumenten sei der Einzelhandel der Stadt, der mit Käufern aus dem Umland einen großen Umsatz mache.

Trotz unterschiedlicher Meinungen zur B66n, waren sich die Mitglieder des Rates einig, dass es ein nachhaltiges Mobilititätskonzept für die Stadt geben muss. Insofern beschloss der Rat einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, ein entsprechenden Vorschlag zu erarbeiten, der ein Optimum an Öffentlichen Verkehrsmitteln, Auto-, Fuß- und Radverkehr stattfinden könne.