Ab geht die Party und die Party geht ab: Vor den Verstärkern rocken die Metaller von Soulbound ihre E-Gitarren, dahinter bewegt die Crowd ihre Köpfe  im Takt der Musik schnell vor- und rückwärts, seitwärts, im Kreis oder in Achterform – in Neudeutsch Headbangen. - © Soulbound/Timo Jäger
Ab geht die Party und die Party geht ab: Vor den Verstärkern rocken die Metaller von Soulbound ihre E-Gitarren, dahinter bewegt die Crowd ihre Köpfe  im Takt der Musik schnell vor- und rückwärts, seitwärts, im Kreis oder in Achterform – in Neudeutsch Headbangen. | © Soulbound/Timo Jäger

Bielefeld Im neuen Musikvideo der Bielefelder Metalband Soulbound geht's richtig ab

Bielefelder Musikvideo: Bulldogs-Footballer, Wildcats-Cheerleader, Martial-Arts- und Parcours-Artisten lassen ordentlich die Muskeln spielen

Bielefeld. Gleich nach den ersten sanften Zeilen des Sängers brechen alle Dämme: Fans stürmen den Sportplatz, springen waghalsig über Zäune, überschlagen sich in der Luft, Cheerleader fliegen in die Höhe. Plötzlich betreten American-Football-Spieler das Feld und rammen mit der Wucht ihrer Körper mehrere Sportler in übergroßen Bubble-Bällen aus dem Weg. Mehr Power als in dem neuen Musikvideo der Bielefelder Metal-Band Soulbound geht kaum. Eigentlich sind sie nur zu fünft. Als Soulbound machen sie aber seit 2011 ordentlich Krach. Um dem Sound ihrer neuesten Single „Words" noch die nötigen Actionbilder zu verabreichen, haben sich die fünf Bielefelder im vergangenen Jahr echt starke Verstärkung geholt: Unentgeltlich haben die Footballer der Bielefeld Bulldogs, die Wildcats-Cheerleader und einige Körperakrobaten aus der hiesigen Parkour-, Skater- und Martial-Arts-Ticking-Szene ihr Können mit eingebracht und so ein kraftvolles Musikvideo ermöglicht. Seit 2011 existiert die „Melodic Death Metal"-Band Soulbound. Im Februar brachten die fünf Bielefelder Johnny (Gesang), Felix , Patrick (beide Gitarre), Jonas (Bass) und Mario (Schlagzeug) mit „Myllennium" endlich ihr erstes großes Album heraus. Und die Singleauskopplung „Words" sollte laut Schlagzeuger Mario mit einem spektakulären Video begleitet werden. Bulldogs und Wildcats kamen mit einer ganzen Armee „Wörter können Menschen verletzen, aber auch aufbauen und Kraft spenden", erklärt Mario. „Den positiven Aspekt dabei wollten wir im Video aufgreifen. Die Sportler im Video stellen ein metaphorisches Bild dieser Energie dar." Footballer motivieren sich vor dem Spiel mit einer lauten Ansprache, Skater und Parkourläufer spornen sich innerhalb der Gruppe an, lange geübte Tricks immer wieder zu probieren, und Cheerleader nutzen Worte, um für den nötigen Zusammenhalt, Sicherheit und letztlich Vertrauen zu sorgen, sagt Mario. Für den Videodreh im August hatte die Band zunächst per Facebook die eigenen Fans zusammengetrommelt, die vor der Kamera durch ekstatisches Kopfschütteln auch eine wesentliche Rolle spielen. Dass die Bulldogs und Wildcats dann aber „mit einer ganzen Armee von Sportlern" auftauchen würden, damit hatten die Musiker nicht gerechnet. Gefühlte 50 Grad in den heißen Bubble-Bällen Über Mund-zu-Mund-Propaganda kamen noch Inline-Skater, Skateboarder, Parcoursläufer von „New Parkour Order" und Martial-Arts-Tricking-Sportler von „Unleashed Minds" dazu. „Unglaublich, dass sich bei den halsbrecherischen Sprüngen niemand verletzt hat", erinnert sich Mario. Als sich dann schließlich die Freiwilligen in den „gefühlt 50 Grad heißen Bubble-Bällen" klaglos von den Footballern wegkatapultieren ließen, wurde deutlich, wie viel Spaß der Drehtag gemacht hatte. Mit dem Ergebnis des Videos ist die Band nun mehr als zufrieden: „Es war deshalb so erfolgreich, weil alle an dem Video Beteiligten zu 100 Prozent hinter dem Projekt standen", sagt Mario. Trotz der großen Zahl an Sportlern und Statisten sei der Drehtag aber völlig unchaotisch geblieben. „Denn mit Jan Merlin Friedrich hatten wir einen unglaublich motivierten Regisseur", erklärt der Schlagzeuger.

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