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Im Kreis von Unternehmern: Oberbürgermeister Pit Clausen (6. v. l.) zusammen mit Vertretern der Bielefelder Wirtschaft beim Mittelstandsforum der städtischen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft WEGE. - © Andreas Frücht
Im Kreis von Unternehmern: Oberbürgermeister Pit Clausen (6. v. l.) zusammen mit Vertretern der Bielefelder Wirtschaft beim Mittelstandsforum der städtischen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft WEGE. | © Andreas Frücht

Bielefeld Wirtschaftsförderung soll in Bielefeld gestärkt werden

Oberbürgermeister Pit Clausen kündigt an, dass es wieder einen Wirtschaftsdezernenten im Rathaus geben soll / Er lehnt Erhöhung der Gewerbesteuer ab

Sebastian Kaiser
16.03.2016 | Stand 16.03.2016, 22:27 Uhr

Bielefeld. Das 13. Mittelstandsforum hat Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) am Mittwochabend für eine Art wirtschaftspolitische Grundsatzerklärung genutzt. Er lehnte nicht nur eine Erhöhung der Gewerbesteuer entschieden ab, sondern kündigte auch eine Stärkung der Wirtschaftsförderung an.

Er werde dem Stadtrat im April vorschlagen, das Bau- und Planungsdezernat um die Wirtschaftsförderung zu erweitern. Damit würde der Beigeordnete Gregor Moss (CDU), der seit 2014 bereits Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft WEGE ist, zusätzlich zum Wirtschaftsdezernenten im Rathaus.

Letzter Wirtschaftsförderungsdezernent in Bielefeld war Rainer Ludwig (BfB), der die Aufgabe von 1989 bis 1998 ausübte. Danach war die Funktion gestrichen und die WEGE etabliert worden. Ludwig begrüßt das Vorhaben des OB ausdrücklich. „Damit gäbe es wieder einen direkten Zugriff der Stadtspitze auf Wirtschaftsthemen."

Thema Gewerbeflächen

Clausen kündigte außerdem an, dass die Wirtschaftsförderung künftig auch zum Aufgabenbereich des Hauptausschusses gehören soll. Der Hauptausschuss ist das bedeutendste Gremium des Rates. „Das Thema Wirtschaft gehört zu den wichtigsten in der Stadt und muss daher an den Spitzenstellen von Politik und Verwaltung besprochen werden", sagte Clausen.

Er nahm auch Stellung zum Thema Gewerbeflächen. Derzeit wird über einen Mangel an Industriegebieten in Bielefeld heftig diskutiert. Daher würde die Stadt auch private Flächenbesitzer ansprechen, um Grundstücke anzukaufen und für Neuansiedlungen von Betrieben bereitzustellen. „Auf jeden Fall brauchen wir Flächen für universitätsnahe Unternehmen in der Nähe des Campus." Auch Baudezernent Moss erklärte, der Stadtbereich am Campus sei für einen Mix aus Wohnen und Gewerbe „von besonderem Interesse". Angesichts des Wohnungsbedarfes müsse man künftig darüber nachdenken, „neue Stadtteile zu entwickeln."

Pit Clausen äußerte sich auch zur AfD. „Eine solche Partei brauchen wir in Bielefeld nicht. Wer den Austritt aus der Europäischen Union fordert, hat übersehen, dass die Wirtschaft in hohem Maße in den europäischen Raum exportiert." Der OB erklärte, Bielefeld habe im letzten Jahr 3.000 neue Arbeitsplätze gewonnen. Besonders freue ihn, dass sich die Zahl der Stellen in der Industrie nach langen Jahren des Rückgangs stabilisiert habe. „Das produzierende Gewerbe ist das Rückgrat des Wirtschaftsstandortes." Er bedankte sich bei den Unternehmern: „Sie sorgen für das Fortkommen der Stadt. Wir spüren einen Aufwind."

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