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Vertrautes Umfeld: Den Gebetsraum des Islamischen Zentrums kennt Brigitte Maske von ihren zahlreichen Besuchen. Nicht nur wegen des süßen Pfefferminztees kommt sie bis heute gern dorthin. - © Andreas Zobe
Vertrautes Umfeld: Den Gebetsraum des Islamischen Zentrums kennt Brigitte Maske von ihren zahlreichen Besuchen. Nicht nur wegen des süßen Pfefferminztees kommt sie bis heute gern dorthin. | © Andreas Zobe

Bielefeld Frauenpreis: Brigitte Maske, erste Islambeauftragte der Stadt Bielefeld

Mittlerin zwischen den Religionen

Heidi Hagen-Pekdemir Heidi Hagen-Pekdemir
26.02.2016 | Stand 25.02.2016, 23:12 Uhr

Bielefeld. Ablehnung war ihre erste Reaktion. Eine Religion, die wie der Islam wohl ihren Ursprung "hinter den sieben Bergen" haben musste, konnte eine aufgeklärte Theologin wie Brigitte Maske nur ablehnen. Wenig später übernimmt sie eine Aufgabe, mit der ihr Name heute noch in Verbindung gebracht wird: Maske wird 1999 die erste Islambeauftragte des Evangelischen Kirchenkreises.

"Ich hatte damals schlicht keine Ahnung", erinnert sich die 73-Jährige an die Zeit, in der sie nichts anderes als Vorbehalte empfand. In der Erwachsenenbildung in Bethel arbeitet sie damals.

Doch Maske gehört nicht zu denjenigen, die sich mit oberflächlichen Wahrnehmungen begnügen. Die Theologin hakte nach, informierte sich über den Islam. Werke muslimischer Gelehrter gehörten fortan zu ihrer Lektüre, darunter Bücher des mittelalterlichen Philosophen Mohamed Ibn Rushd, heute eher bekannt als Averroës. Und sie bereiste Andalusien, das lange unter dem Einfluss des Islams stand.

Begegnungen mit Muslimen in Deutschland, darunter Akademikerinnen und ein deutscher konvertierter Diplomat, zerstreuten ihre letzten Vorbehalte. "Ich war fasziniert von der Aufgeklärtheit und Reflexion dieser Menschen."

Daran teilhaben sollten auch andere, so der Plan der Theologin. Im Islamischen Zentrum fand sie aufgeschlossene Ansprechpartner. "Hier gibt es eine Gruppe sehr gebildeter Frauen und Männer, die, teils durch Selbststudium, auf Augenhöhe mit Christen diskutieren", erklärt Maske beim Treffen im Gebetsraum mit den rot-weiß gemusterten Teppichen.

Das Islamische Zentrum hat eine Gruppe von Ärzten gegründet. Zur Gemeinde gehören Menschen mit Wurzeln im arabischen und asiatischen Raum sowie deutsche Konvertiten. Die Umgangssprache ist Deutsch.

Unzählige Diskussions- und Vortragsveranstaltungen für Christen und Muslime hatte Maske schon organisiert, als der Kirchenkreis sie 1999 einlädt, die Aufgabe der ersten Islambeauftragten zu übernehmen. Sie beschäftige sich doch schon länger mit diesem Thema, heißt es zur Begründung.

Maske nimmt an. "Ich wollte alle Moscheevereine der Stadt an einen Tisch bekommen." Entgegen häufig geäußerter Bedenken habe man sie "ausgesprochen freundlich" aufgenommen. Auch als Frau. "Das hat mir die Sache sogar erleichtert", erzählt sie. "Zu den männlichen Funktionsträgern bekam ich Kontakt und außerdem zu den Frauen."

Der radikale Einschnitt kommt mit dem Terroranschlag vom 11. September 2001.

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