31.01.2016 | 31.01.2016, 14:49
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Bielefeld
Kundgebung gegen sexuelle Gewalt vor dem Rathaus: Polizei zählt 150 bis 200 Teilnehmer
bis zu 150 Russlanddeutsche demonstrierten am Sonntag vor dem Rathaus unter anderem für die Schließung der deutschen Grenzen. | © Andreas Zobe
Bielefeld. Sie hatten zu ihrer zweiten Kundgebung innerhalb einer Woche aufgerufen. Russlanddeutsche, die nach der angeblichen Entführung der 13-jährigen Berlinerin gegen sexuelle Gewalt und Übergriffe auf Frauen, aber auch für einen Flüchtlingsstopp auf die Straße gehen wollten, fanden sich am Sonntag nach der Aufklärung des Falls Lisa in Berlin nicht mehr viele. Die Polizei zählte 150 bis 200 Teilnehmer.
Als Ende der vergangenen Woche klar wurde, dass die Geschichte um die vergewaltigte Deutschrussin Lisa (13) erfunden war, hatten die Demoanmelder betont, dass sie wegen der Übergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht in Köln, Hamburg, Bielefeld und anderen Städten demonstrieren wollten.
Die Reden wandten sich vor dem Rathaus gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, gegen Angela Merkel sowie für mehr Sicherheit (durch bessere Bezahlung von Polizeibeamten) und für stärkere Kontrollen an den Grenzen, um lediglich Kriegsflüchtlinge einreisen zu lassen.
Denis Pauli, Sprecher der Demonstrationsveranstalter, hatte nach Bekanntwerden der erfundenen Geschichte aus Berlin trotzdem nochmal die Berliner Staatsanwaltschaft kritisiert: „Ihre schlechte und dürftige Informationspolitik hat erst alle misstrauisch gemacht."
Dass sich russische Fernsehsender und sogar russische Politiker in diesen Fall recht unrühmlich eingemischt hatten, wollte er nicht kritisieren. Er rechnete trotzdem mit mindestens 1.000 Teilnehmern.
Das Ziel verfehlten die Organisatoren. Eine Woche zuvor waren noch 400 Menschen zum Rathaus gepilgert.
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