Bielefeld. Nachdem die Polizei am Wochenende eine Gruppe von Rockern, Türstehern und Hooligans in der Fußgängerzone der Bielefelder Altstadt festgesetzt, kontrolliert und aufgelöst hatte, laufen die Ermittlungen zu den Vorkommnissen auf Hochtouren. Die Personenkontrollen in der Nacht von Samstag auf Sonntag haben ergeben, dass 18 Teilnehmer der nicht angemeldeten Versammlung aus Bielefeld stammen, 20 Personen aus Ostwestfalen-Lippe kommen, der Rest aus NRW und anderen Bundesländern angereist war. Einige der Teilnehmer waren der Polizei bereits in der Vergangenheit durch Gewalt- oder andere Straftaten aufgefallen.
In der Gruppe sollen sich nach Polizeiangaben auch Mitglieder der rechten Szene befunden haben. Als eine Art Bürgerwehr hatten sich 68 Personen von ihrem Treffpunkt, dem Rockcafé in der Altstadt, auf den Weg zum Bahnhofsbereich gemacht, waren aber vorzeitig gestoppt worden. Bei der Leibesvisitation wurden Pyrotechnik, Sturmhauben und Quarzhandschuhe gefunden. Weitere Gegenstände dieser Art entdeckte die Polizei verstreut auf der Niedernstraße. Noch immer prüft die Polizei, ob es Querverbindungen zwischen dieser Gruppe und der Initiative "Sicheres Bielefeld" gibt. Auch sie will nach eigenen Angaben durch Patrouillen, Präsenz und Eingreifen im Bahnhofsbereich für Ruhe und Ordnung sorgen.
Unterdessen sind sechs Personen, die am Wochenende am Boulevard von der Polizei festgenommen wurden, wieder auf freiem Fuß. Drei von ihnen werden sich wegen Hausfriedensbruchs verantworten müssen. Es handelt sich um drei Marokkaner, die in der Silvesternacht versuchten, mit Gewalt in die Diskothek "Elephant" zu gelangen und jetzt vom Diskothekenbetreiber wiedererkannt wurden. Die Nordafrikaner stammen aus Bielefeld und sollen Asylsuchende sein. Im Polizeipräsidium wird derzeit der Einsatz für das kommende Wochenende geplant. Wieder wird mit einem Großaufgebot von Einsatzkräften im Bahnhofsbereich und dem Boulevard zu rechnen sein. Das Hauptaugenmerk soll erneut der Gefahrenabwehr dienen, dazu gehören auch unzulässige Eingriffe von sogenannten Bürgerwehren.
Kommentar
Neue Aufgaben
Rocker, Türsteher, Hooligans und Rechte rotten sich zusammen, wollen für Ordnung rund um den Bahnhof sorgen. Die Initiative „Sicheres Bielefeld" will der Polizei helfen. Leider sind Hooligans und Rechtsradikale unter diesen Ehrenamtlichen. Autonome Linke fühlen sich aufgerufen, gegen diese Bewegung mit Gewalt und Prügel zu reagieren. Nordafrikaner pöbeln zu Silvester auf dem Boulevard, wollen mit Gewalt in eine Diskothek eindringen. Sogenannte Antänzer rauben Wertgegenstände, Frauen sind vor sexuellen Übergriffen nicht mehr sicher. Und zwischendrin die Polizei, Prügelknabe der Nation, beschimpft, verhämt. Und ständiger Beobachter des Geschehens: die immer mehr verunsicherte Bevölkerung. Alle wollen geschützt werden. Schafft die Polizei das noch? Ja, durch rigoroses Eingreifen und Anwendung aller geltenden Gesetze. Das Wochenende hat gezeigt, dass die Polizei agiert und funktioniert. So kann sie verlorengegangenes Vertrauen wiedergewinnen. Sicherheit und Ordnung ist ihr Auftrag, dubiose Bürgerwehren sind dabei nur störend.