Gesprengt: Diesen Kondomautomaten hatten die drei Männer gesprengt. - © Polizei Kreis Borken
Gesprengt: Diesen Kondomautomaten hatten die drei Männer gesprengt. | © Polizei Kreis Borken

Bielefeld/Schöppingen Kondomautomat gesprengt: 29-Jähriger wird durch Stahlteil tödlich getroffen

28.12.2015 | Stand 28.12.2015, 18:37 Uhr

Schöppingen. Im Kreis Borken haben drei Männer aus Bielefeld und Schöppingen (Kreis Borken) am frühen Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages einen Kondomautomaten gesprengt. Dabei traf ein Stahlteil des Automaten einen 29-Jährigen so schwer am Kopf, dass er trotz Reanimationsversuchen im Krankenhaus verstarb.

Ein Anwohner hatte um 7.40 Uhr einen lauten Knall gehört und sah daraufhin durch das Fenster starke Rauchentwicklung aus dem Bereich des auf der Straße aufgestellten Kondomautomaten. Der Zeuge informierte sofort die Polizei. Die Beamten stellten das auf dem Boden liegende Bargeld und die Ware aus dem Automaten sicher – die Täter hatten offenbar nichts mitgenommen.

Gegen 8.50 Uhr informierte das Ahauser Krankenhaus die Polizei darüber, dass ein 29-jähriger Mann aus Schöppingen durch zwei andere Männer eingeliefert worden sei. Als Grund wurde zunächst ein Treppensturz angegeben. Der 29-Jährige war verstorben – Reanimationsversuche verliefen ohne Erfolg.

An der Version „Treppensturz" kamen aber schnell Zweifel auf. Einer der beiden Männer, die den 29-Jährigen eingeliefert hatten, räumte gegenüber der Polizei den Zusammenhang mit der Sprengung des Kondomautomaten ein. Bei den beiden Männern handelt es sich um einen 29-Jährigen aus Bielefeld und einen 27-Jährigen aus Schöppingen.

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sprengten die drei Männer den Automaten mit einem noch unbekannten Sprengmittel. Nach der Zündungseinleitung stiegen die Männer in ein Auto, um dort die Sprengung abzuwarten. Der 29-Jährige hatte die Beifahrertür jedoch noch nicht geschlossen, als die Explosion auslöste und ihn ein abgesprengtes Stahlteil am Kopf traf. Der Verletzte verlor das Bewusstsein, so dass die beiden anderen Männer ihn schließlich ins Ahauser Krankenhaus brachten.

Seitens der Staatsanwaltschaft wurden keine Anträge auf Untersuchungshaft gestellt, so dass die beiden Männer aus Schöppingen und Bielefeld wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Die Ermittlungen dauern an.

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