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An der Huberstraße hat es gebrannt. - © Christian Mathiesen
An der Huberstraße hat es gebrannt. | © Christian Mathiesen

Bielefeld Feuer in Flüchtlingswohnungen: Brandstifter festgenommen

Jürgen Mahncke
27.11.2015 | Stand 27.11.2015, 22:25 Uhr |
Alexandra Buck

Bielefeld. Bei einem Brand in Flüchtlingswohnungen an der Huberstraße 20 sind am Freitagvormittag acht Bewohner durch Rauchgas verletzt worden, drei davon schwer. Die Ursache des Feuers ist Brandstiftung – einer der Bewohner hatte den Brand gelegt. Um kurz nach 10 Uhr hatten Nachbarn das Feuer im zweiten Obergeschoss des Gebäudes entdeckt und die Feuerwehr gerufen. Schon auf der Anfahrt beobachteten die Einsatzkräfte massive Rauchentwicklung. Die Alarmstufe wurde noch einmal erhöht und eine zweite Drehleiter angefordert. Durch den ausgedehnten Brand in der Wohnung und die damit verbundene Rauchentwicklung war der Fluchtweg durch das Treppenhaus für fünf Bewohner unpassierbar. Sie flüchteten sich auf das Dach des viergeschossigen Hauses. Drei von ihnen, die zur Straßenfront standen, wurden mit einer Drehleiter, die in der Huberstraße ausgefahren war, gerettet. Zwei im hinteren Bereich des Daches wartende waren weder über Dreh- noch Steckleitern zu erreichen, wie Rainer Kleibrink, Leiter der Berufsfeuerwehr, berichtet. Da rund 80 Einsatzkräfte das Feuer schnell unter Kontrolle hatten und der Rauch nachließ, gelang es Helfern, die beiden Menschen auf dem Dach wieder in das Haus zu geleiten und so zu retten. Die Polizei ermittelte derweil, dass das Feuer durch Brandstiftung entstanden ist. Schnell gab es Hinweise auf den mutmaßlichen Täter und die Polizei leitete eine Fahndung rund um den Brandort ein. Kurz vor 11 Uhr wurde ein 23-Jähriger auf der Heeper Straße/Ecke Huberstraße festgenommen. Nach einer umfangreichen Durchsuchung wurden ihm Handfesseln angelegt. Dann wurde er Richtung Polizeipräsidium zur Vernehmung gefahren. Es handelt sich um einen afrikanischen Flüchtling aus Guinea, der in der Flüchtlingseinrichtung wohnt. Die genauen Hintergründe für die Brandstiftung sind noch nicht bekannt. Achim Ridder, Pressesprecher der Bielefeld Polizei, betonte vor Ort, dass ein fremdenfeindlicher Anschlag oder eine politische motivierte Tat auszuschließen sei. Noch während die Löscharbeiten liefen, trafen erste Sozialarbeiter der Stadt Bielefeld ein. Bereits am Vorabend hatte es einen Polizeieinsatz an der Huberstraße gegeben. Einen Zusammenhang mit dem Brand am Freitag Morgen gibt es laut Polizei aber nicht. Achim Ridder: „Dabei ging es lediglich um eine Ruhestörung.“ Nachbarn berichten allerdings, dass der Brandstifter schon vorher öfter aufgefallen sei, sich die Nachbarschaft durch Lärm gestört gefühlt habe. „Er hat manchmal Dinge aus dem Fenster geworfen“, sagt ein Nachbar. Das Gebäude wird seit einiger Zeit für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. 28 Menschen aus 16 Nationen, zum Beispiel aus Ghana, Nigeria, Syrien oder Pakistan, sind in der städtischen Einrichtung untergebracht. Das Haus ist wegen des Feuers evakuiert worden, die Brandwohnung ist zerstört. Betroffene Bewohner fanden erst Unterschlupf in einem beheizten Zelt des Deutschen Roten Kreuzes. Später kamen sie in die Unterkunft Zedernstraße in Ummeln, so Stadtdezernentin Anja Ritschel.

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