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Weil er Lieder mit rechten Inhalten verbreitet hat, hat das Bielefelder Amtsgericht einen Studenten zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt. - © DPA
Weil er Lieder mit rechten Inhalten verbreitet hat, hat das Bielefelder Amtsgericht einen Studenten zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt. | © DPA

Bielefeld Bielefelder Amtsgericht verurteilt Studenten wegen Volksverhetzung

Außerdem hatte der Mann gewaltpornographische Inhalte verbreitet

09.11.2015 | Stand 09.11.2015, 13:33 Uhr

Bielefeld (nw). Das Bielefelder Amtsgericht hat am Montag einen 27-jährigen Studenten wegen Volksverhetzung und der Verbreitung von gewaltpornografischen Inhalten zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt. Der Angeklagte hatte 2011 und 2012 zwei Rap-Lieder mit strafbaren Texten eingesungen und im Internet zum freien Download angeboten.

Der ursprünglich aus Ostwestfalen stammende Angeklagte hatte 2011 gemeinsam mit einem Mann aus Bielefeld in dessen Tonstudio einen Song namens „Die Faust geht zum Kopf“ produziert.

Lieder mit rechten Bezügen

In dem Liedtext wünscht der Angeklagte dem „Zeckenpack“ alles erdenkliche Übel. Unter anderem heißt es: „Ich stecke sie in den nächsten Zug nach ...wald!“ Die ersten beiden Silben des ursprünglich Worts „Buchenwald“ habe er durch Effekte unverständlich gemacht, da, so der Angeklagte in der Verhandlung, es ihm wichtig gewesen sei, sich nicht strafbar zu machen.

Auch bei den Zeilen, in denen der Student Seife und Lampenschirm in seinem Apartment besingt, handle es sich nach dessen Einlassung nicht um NS-Bezüge, sondern lediglich um eine Beschreibung seiner Wohnung.

Auch sexuelle Gewalt Thema

In einem anderen Text beschreibt der Rapper mit drastischen Worten einen äußerst gewaltsamen Geschlechtsverkehr mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.

Bei diesem Lied handle es sich nicht, so der 27-Jährige, um tatsächliche Gewaltfantasien, sondern um eine „absurde, comichafte Überzeichnung“. Diesen Einlassungen folgte das Gericht jedoch nicht und verurteilte den Studenten zu einer Geldstrafe von 700 Euro.

Das Verfahren gegen den Bielefelder Studiobesitzer war im Juli gegen eine Geldauflage vorläufig eingestellt worden.

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