Andrang: Eine lange Warteschlange hatte sich vor dem Buffet gebildet. - © Andreas Frücht
Andrang: Eine lange Warteschlange hatte sich vor dem Buffet gebildet. | © Andreas Frücht

Bielefeld Islamische Gemeinden bewirten mehr als 500 Flüchtlinge

Gastfreundschaft: Bielefelder besichtigen Gebetsräume.

Heidi Hagen-Pekdemir

Bielefeld. Gastfreundschaft und Offenheit signalisierten am Wochenende die Bielefelder Muslime. Zum 19. Mal war Samstag die bundesweite Aktion "Tag der offenen Moschee" in Deutschland. Gestern kamen 500 Flüchtlinge in die Moschee an der Ernst-Rein-Straße - zur Nachfeier des Opferfests. Im islamischen Zentrum Bielefeld (IZB) an der August-Bebel-Straße kamen die Besucher, fast wie auf Verabredung, am frühen Nachmittag in größeren Gruppen. Für ihre Bewirtung hatten die Frauen der Gemeinde eine herzhafte Harira, eine typisch marokkanische Suppe mit Fleisch- und Nudeleinlage gekocht. Selbst gebacken auch die Plätzchen und Kuchen, zu denen Tee gereicht wurde. Vorbereitet hatten diesen Tag Amin Aldich, der Vorstandsvorsitzende des IZB, Vorstandsmitglied Melanie Karbouj und Jürgen Schmidt, der dem IZB-Vorstand als Kassenwart angehört. Schmidt hielt zudem einen Vortrag zum Thema "Herausforderung Integration der Flüchtlinge". Der Tag der offenen Moscheen geht auf eine Initiative des Zentralrats der Muslime (ZMD) im Jahr 1997. "Seit 18 Jahren gibt es die Aktion, sie ist jetzt erwachsen", kommentierte Melanie Karbouj. In der Öffentlichkeit wird viel über den Islam und die Muslime diskutiert und geschrieben. Der Aktionstag sei bewusst auf den 3. Oktober gelegt worden, heißt es im IZB, weil damit das Selbstverständnis der Muslime als Teil der deutschen Einheit und ihre Verbundenheit mit der Gesamtbevölkerung zum Ausdruck gebracht werden soll. Gemeinsam mit der Initiative TeaTime veranstalteten gestern das IZB, die Ditib-Gemeinde Merkez und unter anderem die Jugendorganisation Falken ein Willkommensfest für Flüchtlinge. Aus vier Unterkünften kamen die Gäste, für ihren Transport hatte MoBiel Busse zur Verfügung gestellt. Auf dem Grill brutzelten Fleisch und Würste. Mit ihren hausgemachten Salaten und Kuchen bewiesen viele der weiblichen Gastgeber ihre Koch- und Backkünste. Bäcker hatten Brot gespendet, von einem Imbiss kam scharfe Köfte, wie die rohen Frikadellen heißen. In ein Kinderparadies verwandelt war ein großer Teil des Hofs hinter der Mosche: Auf einer Hüpfburg tobten die jüngeren Besucher, ein Stand lud zum Kinderschminken ein. Auch erhielten die Mädchen und Jungen kleine Geschenke. "Wir möchten heute die Flüchtlinge mit anderen Menschen in Kontakt bringen", sagte Önder Adil, der Vorsitzende der Ditib-Gemeinde.

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