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Landgerichtspräsident Günter Schwieren (v. l.) verabschiedet die Richter Wolfgang Reinke und Reinhold Hülsmann in den Ruhestand. - © Wolfgang Rudolf
Landgerichtspräsident Günter Schwieren (v. l.) verabschiedet die Richter Wolfgang Reinke und Reinhold Hülsmann in den Ruhestand. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Landgericht verabschiedet zwei Richter

Ruhestand: Reinhold Hülsmann und Wolfgang Reinke verlassen Bielefelder Justiz

29.09.2015 | Stand 29.09.2015, 15:40 Uhr

Bielefeld. Günter Schwieren, Präsident des Landgerichts, hat jetzt zwei langjährigen Vorsitzenden Richtern die Abschiedsurkunden ausgehändigt: Mehr als 20 Jahre lang prägten Reinhold Hülsmann und Wolfgang Funke die Kammern, denen sie vorsaßen. Nun gehen die beiden Richter in den Ruhestand.

Reinhold Hülsmann, Jahrgang 1950, legte 1969 sein Abitur in Osnabrück ab. Im Anschluss leistete er seinen Wehrdienst bei der Luftwaffe in Bremervörde ab, aus dem er als Leutnant der Reserve entlassen wurde. Im Wintersemester 1971 nahm Hülsmann das Jurastudium in Bielefeld auf. Zunächst habe er Philosophie studieren wollen, sich dann aber doch für den „Brotberuf“ entschieden: „Für den Beruf des Richters habe ich mich aber dennoch bereits als Kind interessiert“, berichtet Hülsmann.

Im Sommer 1979 wurde Hülsmann Richter am Landgericht Bielefeld. Als weitere Stationen folgten unter anderem die Amtsgerichte in Bad Oeynhausen und Dortmund sowie die Landgerichte in Essen und Bochum. Nach der Erprobung beim Oberlandesgericht in Hamm wurde Hülsmann 1992 Mitglied der IX. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts, deren Vorsitzender er 1997 – inmitten des Balsam-Verfahrens, eines der größten deutschen Wirtschaftsstrafverfahren – wurde. Dieser Kammer saß er bis zu seinem Ruhestand vor.

Unterbrochen wurde diese Tätigkeit jedoch kurzzeitig wegen eines Fahrradunfalls: Im Dezember 2003 verunglückte der passionierte Radfahrer und Gitarrespieler Hülsmann auf dem Weg zu einer Urteilsverkündung. nach seiner Genesung saß er etwa ein jahr einer Berufungsstrafkammer vor, bis er erneut den Vorsitz der IX. Großen Strafkammer übernahm. „Ich bin froh, dass ich in Bielefeld studieren und arbeiten durfte“, sagt der verheiratete Familienvater, „Bielefeld ist eine tolle Stadt.“

Wolfgang Reinke, ebenfalls Jahrgang 1950, legte sein Abitur 1968 in Münster ab. Noch im selben Jahr nahm er ebendort das Jurastudium auf, das zweite Staatsexamen legte er im Januar 1977 ab. Seine berufliche Laufbahn begann Reinke im März 1977 bei einer Berufungskammer des Bielefelder Landgerichts, wo er unter anderem für Mietsachen zuständig war. nach zwischenzeitlicher Tätigkeit beim Amtsgericht in Minden kehrte Reinke im Sommer 1978 zum Bielefelder Landgericht zurück, wo er im Herbst 1980 eine Planstelle erhielt.

Hier arbeitete Reinke zunächst in einer Jugendstraf- sowie einer Zivilkammer, bevor er zur Erprobung nach Hamm ging. 1992 übernahm er nach seiner Ernennung zum Vorsitzenden Richter die 17. Zivilkammer des Bielefelder Landgerichts, eine Kammer für Handelssachen. „Das Handelsrecht hat sich stark verändert“, berichtet Reinke aus seiner langjährigen Erfahrung, „hierfür sind vor allem das Internet sowie zahlreiche mittlerweile in Brüssel getroffene Entscheidungen ursächlich.“

Durch die häufigen Rechtsänderungen stelle, so Reinke, eine Handelskammer eine gewisse Anforderung: „Mir liegt das Abwägende, das Finden einer Entscheidung, die beiden Parteien gerecht wird.“

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