Klare Mehrheitsverhältnisse: Die Gegendemonstranten (Hintergrund) waren den rechtsgerichtenen Biegida-Aktivisten (vorne) zahlenmäßig deutlich überlegen. - © Andreas Frücht
Klare Mehrheitsverhältnisse: Die Gegendemonstranten (Hintergrund) waren den rechtsgerichtenen Biegida-Aktivisten (vorne) zahlenmäßig deutlich überlegen. | © Andreas Frücht

Bielefeld 3.500 Aktivisten bei Gegen-Demo zur Biegida-Kundgebung

Rechtspopulisten versammeln sich ab 19 Uhr, Gegen-Bündnis startete um 18 Uhr


Bielefeld. Die rechtspopulistische Biegida-Bewegung hat am Montagabend in Bielefeld demonstriert - und traf dabei auf rund 3.500 Gegendemonstranten. Um 19 Uhr trafen sich Biegida-Anhänger am Parkplatz an der Radrennbahn. Rund 100 hatten ihr Kommen zugesagt, vor Ort waren es laut Polizei jedoch nur knapp 20. Die Beamten sorgten mit mehreren Einsatzhundertschaften für weitgehend störungsfreie und friedliche Versammlungen. Es waren Polizeireiter und ein Polizeihubschrauber eingesetzt. Bereits um 18 Uhr startete das Bielefelder Bündnis gegen Rechts zu einer Gegen-Veranstaltung am Ostbahnhof. Rund 3.500 Menschen zeigten Flagge gegen Fremdenfeindlichkeit. Von da aus ging es dann über die Straße „Auf dem Langen Kampe“ zur Ziegelstraße. Laut Polizei durchbrachen 25 unbekannte Teilnehmer der Versammlung "Bündnis gegen Rechts" eine Sperrstelle im Bereich "Auf dem Langen Kampe" in Richtung der Biegida-Versamlung. Die Randalierer zogen sich nach Einsatz von Pfefferspray und Schlagstock durch die Polizei jedoch wieder zurück. Aus dem Demonstrationszug wurde außerdem ein Böller gegen Polizeibeamte geworfen. Bei beiden Aktionen wurde niemand verletzt. Es wurde Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und versuchter Körperverletzung erstattet. Vor der Radrennbahn standen sich die beiden Gruppen - von der Polizei getrennt - gegenüber. Beide Seiten hielten ihre Kundgebungen ab. Die Biegida-Anhänger schwenkten Deutschland-Flaggen, bei den Biegida-Gegnern wehten bunte Fahnen der Toleranz. Als Biegida gegen kurz nach 19 Uhr mit der Auftaktkundgebung begann, wurde ein Kabel aus der Lautsprecheranlage herausgezogen. Es kam laut Polizei zu einer kleinen Rangelei. Außerdem registrierten die Beamten zwei Eierwürfe von Unbekannten aus der Menge "Bündnis gegen Rechts". Verletzt wurde auch hier niemand. Einer Rednerin der Biegida wurde aus einem Wohnhaus an der Heeper Straße ein "Stinkefinger" gezeigt. Sie erstattete Anzeige wegen Beleidigung. Sechs Personen gelangten gegen 20.20 Uhr durch eine Absperrung auf den Aufzugsweg der Biegida, wurden aber durch die Polizei des Platzes verwiesen. Die Ordnungshüter zogen am Abend eine positive Bilanz: "Die Polizei Bielefeld zeigt sich mit dem weitgehend störungsfreien und friedlichen Verlauf der Versammlungen zufrieden. Festnahmen und Ingewahrsamnahmen blieben aus. Es kam zu keinen nennenswerten Verkehrsbehinderungen durch die erforderlichen Sperr- und Kontrollstellen."  

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