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Auf andere Art mobil: Birgit Reher (v. l.), Johannes Auge, Christoph Naht, Henning Korte, Christa Walter und Elisabeth Szymanowski präsentieren Rad, Trike, E-Bike und Streetscooter mit Elektroantrieb auf dem Gelände der Deutschen Post AG am Südring. - © Susanne Lahr
Auf andere Art mobil: Birgit Reher (v. l.), Johannes Auge, Christoph Naht, Henning Korte, Christa Walter und Elisabeth Szymanowski präsentieren Rad, Trike, E-Bike und Streetscooter mit Elektroantrieb auf dem Gelände der Deutschen Post AG am Südring. | © Susanne Lahr

Bielefeld Betriebe in Modellprojekt "Mobil.Pro.Fit" ziehen erste Bilanz

Susanne Lahr
26.08.2015 | Stand 25.08.2015, 22:07 Uhr

Bielefeld. Wenn es um die Energiewende geht, wird zumeist über regenerative Energien, Netzausbau und Energieeffizienz gesprochen. "Mobilitätsfragen sind das Stiefkind der Energiewende", findet Berater Johannes Auge. Daher hat die Baum Consult GmbH aus Hamm das Modellprojekt "Mobil.Pro.Fit." initiiert, das moderne Mobilitätskonzepte für Betriebe und ihre Mitarbeiter erarbeiten möchte. Vier Betriebe aus der Modellregion Bielefeld/Gütersloh des bundesweiten Vorhabens haben gestern nach sechs Monaten eine Zwischenbilanz gezogen. "Wir beschäftigen uns viel mit Transport und Menschen", schildert beispielsweise Elisabeth Szymanowski, Abteilungsleiterin Verkehr der Deutschen Post. Allein im Bereich des Briefzentrums Herford und des Paketzentrums Bielefeld müssen täglich rund 240.000 Pakete und bis zu 2,1 Millionen Briefe zugestellt werden. Rund 1.000 Fahrzeuge, 145 E-Bikes, 690 Räder und sechs Streetscooter sind im Einsatz. Die Post nimmt bereits am Stadtradeln teil, das Mitarbeiter animieren soll, mit dem Rad zur Arbeit zu kommen, hat derzeit 112 Jobtickets ausgegeben. "Wir bieten Fahrsicherheitstrainings an und kontrollieren den monatlichen Spritverbrauch jedes einzelnen Fahrzeugs", schildert Szymanowski. Die Post plane Aktionstage zum Thema "Mobilität und Gesundheit", wolle die Mitarbeiter noch besser informieren und ihre Bedarfe abfragen und vor allem die Elektromobilität noch ausbauen. So sollen in Ostwestfalen-Lippe bis Jahresende nicht nur sechs, sondern gar 40 der Streetscooter fahren. Ein neues Elektro-Zustellfahrzeug, das speziell für die Verbundzustellung der Post entwickelt wurde und nun von einer Tochtergesellschaft hergestellt wird. Auch die Firma Dr. Hesse GmbH & Cie KG aus Bielefeld, die Prozesschemikalien für die Galvanotechnik produziert, die Kreisverwaltung und die Stadtwerke Gütersloh nehmen an "Mobil.Pro.Fit." teil. Die Kreisverwaltung hat ihre rund 1.400 Mitarbeiter nach Wünschen und Defiziten gefragt, zugleich eine Wohnort- und Standortanalyse erstellt, da sie sich auf die Mitarbeitermobilität konzentrieren will. Angedacht sind eine Fahrradförderung, eine Mitfahrzentrale und ein größerer E-Fuhrpark, wie Henning Korte, Klimaschutz- und Mobilitätsmanager des Kreises berichtet. Außerdem hat es die Gütersloher Verwaltung, die mit der Stadt Bielefeld im Modellprojekt kooperiert, übernommen, weitere Firmen im eigenen Kreis und in Bielefeld für die Mobilitätsfragen zu interesieren. Auch Videokonferenzen und Seminare via Internet stehen auf der Agenda, Car-Sharing, mehr Dienstreisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln etc. Alles, was dazu dienen könnte, den CO2-Ausstoß zu minimieren, der zu 19 Prozent in Deutschland dem Verkehr zuzurechnen ist. Bis Ende des Jahres tüfteln die Teilnehmer weiter an ihren Konzepten, die ökonomische, ökologische und soziale Aspekte miteinander verknüpfen. 2016 soll es eine weitere Mobil-Pro-Fit-Runde geben. Interessierte melden sich unter Tel. (0 23 81) 30 72 11 70. www.mobilprofit.de

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