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Flüchtlinge statt Sport: Die Sporthallen am Carl-Severing-Berufskolleg werden weiter als Unterkünfte benötigt. Fürs Feriensondertraining öffnet die Stadt jetzt andere Hallen für Vereine. - © Sarah Jonek
Flüchtlinge statt Sport: Die Sporthallen am Carl-Severing-Berufskolleg werden weiter als Unterkünfte benötigt. Fürs Feriensondertraining öffnet die Stadt jetzt andere Hallen für Vereine. | © Sarah Jonek

Bielefeld Mehr Sporthallen als Unterkunft für Flüchtlinge

200 neue Plätze in Friedrichsdorf freigegeben / Rekordzahlen abgeebbt / Ersatz für Sportler / Kein Verdächtiger bei Brand am Südring

Joachim Uthmann
25.07.2015 | Stand 27.07.2015, 13:43 Uhr

Bielefeld. Nach den Rekordzahlen Mitte der Woche ist der Flüchtlingsstrom nach Bielefeld wieder etwas abgeebbt. Die zuständige Bezirksregierung Arnsberg kündigte der Zentralen Ausländerbehörde am Stadtholz an, dass sie 200 Personen weiterleiten könne. Für sie sind im benachbarten Friedrichsdorf 200 Feldbetten in der Sporthalle „Alte Ziegelei“ aufgestellt worden. Das bedeute, dass Bielefeld mit einer Belegung der Sporthallen an den Carl-Severing-Schulen (Heeper Straße) von etwa 60 Personen ins Wochenende gehe. Das entspanne die Lage. Volker Fliege, Leiter des Bürgeramtes: „Damit haben wir noch so viel freie Kapazitäten, dass wir ankommenden Flüchtlingen eine Schlafmöglichkeit anbieten können.“ Fliege hofft, dass in der kommenden Woche weitere Ausweichkapazitäten benannt werden. In der vergangenen Nacht waren in Bielefeld 737 Asylsuchende untergebracht, davon 210 Neuzugänge. In den Sporthallen übernachteten 260 Personen.Brand am Südring: Fremdenfeindlicher Hintergrund ausgeschlossen Wieder voll genutzt werden könne auch die Unterkunft am Südring, in der am Dienstagabend ein Feuer in einem Lagerraum mit Matratzen ausgebrochen war. Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund aus, so Sprecher Michael Kötter. Es seien keine Leute von außen in dem Gebäude gewesen. Gutachter und Polizei gehen von fahrlässiger Brandstiftung aus. Vorher war in dem Raum gearbeitet worden. Ob ein Bediensteter oder ein Bewohner die Zündquelle ausgelöst habe, sei nicht festzustellen. Kötter: „Es gibt keinen Verdächtigen.“ Brandbeschleuniger seien jedenfalls nicht gefunden worden. Kötter geht davon aus, dass die Ermittlungen bald abgeschlossen werden und die Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft übergeben werde. Die könnte danach das Verfahren nur einstellen. Kurzfristige Hilfe verspricht das Sportamt Vereinen, die die Hallen am Carl-Severing-Berufskolleg fürs Training nutzen. Weil beide Hallen über den 27. Juli hinaus als Notunterkunft bereit gehalten werden müssen, bietet das Amt Abteilungen wie der Tischtennis des TuS Jöllenbeck eine Alternative. Für das Feriensondertraining könne ausnahmsweise die Turnhalle der Grundschule Am Waldschlößchen genutzt werden. Weil eine Reinigung allerdings nicht so kurzfristig zu organisieren sei, müssten die Vereine die Grobreinigung besonders gründlich machen. Für die geplante neue Zentrale Unterbringungseinrichtung im Oldentruper Hof soll der Hotelbetrieb dort zum 1. August eingestellt werden, teilten Bezirksregierung Arnsberg und Oberbürgermeister jetzt den Anliegern in Oldentrup mit. Hier sind maximal 500 Plätze für Flüchtlinge vorgesehen. Die Unterkunft soll am 15. August öffnen. Die Oldentruper werden am Dienstag, 4. August, ab 18 Uhr in dem Gebäude am Niedernholz 2 über den Stand der Dinge informiert.

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