Bielefeld Walent Cerkez ist der Mann hinter dem ersten Campus-Fest

19.000 Besucher werden zum Campus-Festival erwartet

Bielefeld. Seine ersten Konzerte hat er Anfang der 1990er Jahre organisiert - im Haus der Jugend, in Sennestadt. "Irgendwann überstieg das den Etat des Jugendzentrums, da habe ich mich entschlossen, es auf eigene Kappe zu machen", sagt Walent Cerkez. Er begann, Festivals, Konzerte und Tourneen zu organisieren. 2001 gründete Cerkez die Vibra-Agency. Die Agentur veranstaltet seit 2006 das Serengeti-Festival in Schloß Holte-Stukenbrock, das größte Musik-Spektakel der Region. Jetzt geht Cerkez noch einen Schritt weiter: Das erste Bielefelder Campus-Festival am 25. Juni geht ebenfalls auf seine Kappe. Universität, Fachhochschule und Wissenschaftsbüro richten das Festival auf dem neuen Hochschul-Campus aus. Für die Organisation und die Musikauswahl setzen sie auf Walent Cerkez. Der hat den angesagten Rapper Aligatoah, Reggae-Star Gentleman, Indie-Ikone Thees Uhlmann und eine Reihe von weiteren Bands und DJ?s verpflichtet, die auf vier Bühnen live auftreten werden. "Wir machen in diesem Jahr zum zehnten mal das Serengeti und haben fünf mal das Asta-Sommerfest an der Uni Paderborn organisiert. Unsere Interessen und die der Bielefelder Hochschulen passen zusammen", sagt Cerkez. 19.000 Besucher werden zum Campus-Festival erwartet, für das Vibra-Agency auch das Sicherheitskonzept aufgestellt hat. Nach einer Zahntechniker-Ausbildung holte Walent Cerkez 2000 sein Abi am Westfalen-Kolleg nach. "Der Plan war ein Zahnmedizin-Studium." Doch die Leidenschaft zur Musik war stärker. "Ich entschloss mich zur Selbstständigkeit." Parallel studierte er einige Semester Betriebswirtschaftslehre in Bielefeld, erkannte aber: "Im Rock?n Roll liegt die Schule auf der Straße." Eine norwegische Band bot ihm an, mit auf Tour zu gehen. Cerkez griff zu. Anschließend übernahm er das komplette Tourmanagement der Kapelle: Hallen und Hotels buchen, Busse mieten, Abrechnungen schreiben. "Das bekam rasch Schlagzahl, auch andere Bands fragten an." Cerkez leaste eigene Busse, kaufte Bühnentechnik, kümmerte sich um Merchandising-Artikel der Gruppen. Dann kam die Anfrage der US-Band "Dog Eat Dog". Cerkez organisierte die Europa-Tour mit 350 Konzerten und hatte danach endgültig einen Namen in der Branche. 2006 folgte das erste Serengeti - und wäre fast ein Reinfall geworden. Ein Unwetter ging nieder, die Besucher liefen weg. "Aber wir haben die Sache durchgezogen. Die H-Blockx, der Top-Act, traten trotzdem auf. Und danach wurde das Serengeti ein ganz besonderes Festival", erinnert sich Cerkez. Seit 2011 findet die Veranstaltung im Safaripark Stukenbrock statt. An drei Tagen kommen jeweils 10.000 bis 12.00 Besucher. Walent Cerkez, der frühere A-Jugend-Torwart des FC Stukenbrock, der es mit der Wilde-Liga-Truppe "Trifon Ivanov" bis ins Finale der deutschen Alternativ-Fußballmeisterschaften brachte, etablierte sich als Festivalveranstalter. 2009 holte ihn das Staatsbad Bad Oeynhausen für die "Parklichter". Cerkez zeigte Gespür für Stars, holte Tim Bendzko, Andreas Burani, Jan Delay, Casper oder Jupiter Jones. "Ein Festival ist kein Wunschkonzert, man kriegt nicht immer die Künstler, die man gerne hätte", sagt der 43-Jährige. Doch gute Kontakte nutzen - auch für das anstehende Campus-Festival. "Das Programm ist schon sehr gut und trifft den Nerv der Studenten", sagt er selbstbewusst. Die Vorverkaufszahlen bestätigen ihn. Mehr als drei Viertel der Tickets sind längst verkauft. Auch das nächste und übernächste Campus-Festival will Walent Cerkez auf die Beine stellen. "Wir können hier eine richtig starke Marke in der Region aufbauen." Vibra-Agency arbeitet mit einem kleinen Team und etlichen freien Mitarbeitern. Die sind spezialisiert auf Produktion, Technik, Künstlerbuchungen, Sicherheitskonzepte oder Gastronomie. "Mir selbst macht es am meisten Spaß, neue Konzepte zu entwickeln", meint Arminia-Fan Cerkez. Auf das Konzept kommt es auch in einem ganz anderen Geschäftsbereich an. Seit 2012 ist er Inhaber der Gaststätte "Heimat und Hafen" an der Stapenhorststraße. Ein Betriebsleiter und "ein tolles Team" schmeißen den Laden, der sich selbst als "Spelunke" bezeichnet. Cerkez kannte die Hausbesitzer und die Brauerei. Und die suchten einen Macher mit Ideen. "Das war erst eine Schnapsidee. Ich habe ein paar Tage überlegt und dann zugesagt." Die Kneipe ist Treffpunkt für Studenten, Arbeiter, Fußballfans. Es gibt Sky-TV, Literatur-Lesungen, Konzerte, Partys. Wenn er Zeit hat, geht Walent Cerkez selbst gerne hin - aber nur vor die Theke.

realisiert durch evolver group