Gleichfarbig: Der Lack des Rettungshubschraubers und die Augen des Uhus stimmen farblich verblüffend genau überein. - © Foto: Andreas Zobe
Gleichfarbig: Der Lack des Rettungshubschraubers und die Augen des Uhus stimmen farblich verblüffend genau überein. | © Foto: Andreas Zobe

Bielefeld Christoph 13 übernimmt Patenschaft für Uhu der Adlerwarte Berlebeck

Ein Hubschrauber und ein Uhu

Jens Reichenbach

Bielefeld. Auf dem Weihnachtsmarkt in Detmold trafen sie erstmals aufeinander: Ein Team des Fördervereins Notfallmedizin Bielefeld und der noch namenlose Uhujüngling mit den scharfen orangefarbenen Augen. Für eine Spendenübergabe der Brauerei Strate waren die Notfallmediziner Carsten Kirchhoff (Vorsitzender des Fördervereins) und Annette Willhems genauso nach Detmold gekommen wie die Verantwortlichen der Adlerwarte Berlebeck. Es war Tierliebe auf den ersten Blick, am Sonntag wurde sie mit der Patenschaft für den auf Christoph getauften Uhu besiegelt. "Bei diesen Augen hatten wir keinen Zweifel, dass wir seine Patenschaft übernehmen", sagte Kirchhoff, der als Notarzt selbst oft in dem grell-orange-farbenen Fluggerät unterwegs ist. Die Augen des inzwischen fast einjährigen Uhus stimmen farblich verblüffend genau mit der des bekannten Rettungshubschraubers von der Rosenhöhe überein. Entsprechend einfach war dann auch die Namensfindung des Bielefelder Teams, das nun über den Förderverein die finanzielle Unterstützung übernehmen wird: "Na klar muss der Christoph heißen", sagte Willhems schon damals spontan. Rund 200 Vögel verschiedenster Arten leben auf der Adlerwarte, etwa 50 von ihnen sind durch Flugvorführungen bekannt. "Fast jedes dieser Tiere unterstützen Paten", berichtet Benjamin Aschmann von der Warte in Detmold. Der Rest der Tiere seien Zuchtpaare, um die 48 verschiedenen Arten weiter auswildern zu können. Während sich Uhu Christoph vor allem als Nachtgreifvogel in der Dunkelheit durch lautlosen Flug auszeichnet, ist sein großer Bruder "Christoph 13" vornehmlich tagsüber unterwegs und lautlos ist er eher auch nicht. Alles kein Problem für Pfarrer Hermann Rottmann, der es sich als Feuerwehr-Notfallseelsorger und Fördervereinsmitglied nicht nehmen ließ, die Namensgebung des Europäischen Uhus persönlich zu übernehmen: "Mögest Du ein gutes Maskottchen für unseren Christoph 13 sein", sagte er und nahm den 1,9 Kilo schweren Vogel auf die Hand. "Als Vielflieger haben die beiden auch jede Menge Parallelen", betonte Rottmann. Und wie die lebensrettenden Rettungshubschrauber sind auch die Europäischen Uhus, laut Martin Brinker, die größte in Deutschland heimische Eulenart, auch wieder überall im Land anzutreffen. "Allerdings kann man sie nicht sehr oft beobachten", betont Aschmann. Uhu Christoph und das gleichnamige Patenteam sollen sich jedenfalls künftig öfter sehen. Laut Carsten Kirchhoff sind neben der finanziellen Unterstützung auch gegenseitige Besuche geplant.

realisiert durch evolver group