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"Wir müssen dem Terror die Grundlage entziehen, die im Koran selbst liegt": Lale Akgün, Islambeauftragte der SPD, war zu Gast in der Stadtbibliothek. Dort stellte sie ihre Vorstellung von einem liberalen, barmherzigen Islam vor. - © Foto: Andreas Frücht
"Wir müssen dem Terror die Grundlage entziehen, die im Koran selbst liegt": Lale Akgün, Islambeauftragte der SPD, war zu Gast in der Stadtbibliothek. Dort stellte sie ihre Vorstellung von einem liberalen, barmherzigen Islam vor. | © Foto: Andreas Frücht

Bielefeld Politikerin warnt vor den Islamverbänden

Die Muslimin und SPD-Islambeauftragte Lale Akgün hält eine Reform ihrer Religion für unausweichlich / Mehr als 100 Gäste beim Vortrag

Ansgar Mönter
14.05.2015 | Stand 13.05.2015, 22:44 Uhr
Bielefeld. Die Muslimin und SPD-Politikerin Lale Akgün sagt Dinge, die viele Menschen nicht gerne hören wollen, jetzt wieder auf Einladung des "Vereins für ein zeitgemäßes Leben" vor mehr als 100 Gästen in der Stadtbibliothek. Beispiel: Die theologische Grundlage für Terror und Frauenunterdrückung im Namen des Islams liegt im Koran selbst; die Religion muss sich reformieren, nur dann kann sie Teil eines weltoffenen und demokratischen Deutschlands sein. Doch gegen eine Islamreform gibt es Widerstand von Verbänden, die ausgerechnet von der deutschen Politik hofiert werden.

Akgün, in Istanbul geboren, seit 1981 deutsche Staatsbürgerin, war von 2002 bis 2009 Abgeordnete der SPD im Bundestag und ist Islambeauftragte ihrer Partei. Den Wulff-Satz, wonach der Islam zu Deutschland gehöre, hält Akgün bestenfalls für oberflächlich. "Das war vielleicht gut gemeint, aber er hat wohl kaum richtig darüber nachgedacht." Die zwangsläufige Frage, die sich anschließt, laute: Welcher? "Der Islam ist bunter, als ihn die Verbände darstellen", sagt sie. Was aber mache die Politik? Sie wertet die Vertreter auf, die für eine "hochkonservative bis fundamentalistische Auslegung der Religion stehen". Die meisten türkischen Organisationen seien stark vom islamistischen Weltbild der türkischen Regierung beeinflusst; der Zentralrat der Muslime - besonders aktiv in der Öffentlichkeitsarbeit - steht unter anderem den fundamentalistischen Muslimbrüdern nahe.

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