An der kurzen Leine: Milli, Xena und Xen mit Matthias (links) und Hermann Niedergassel am Holtkämper See. - © Foto: Wolfgang Rudolf
An der kurzen Leine: Milli, Xena und Xen mit Matthias (links) und Hermann Niedergassel am Holtkämper See. | © Foto: Wolfgang Rudolf

Bielefeld/Gütersloh Zwei Schäferhunde gehen nach Übersee

Hermann Niedergassel (75) aus Holtkamp hat sie gezüchtet / Nächstes Treffen mit dem Schwergewichts-Weltmeister im September

Bielefeld/Gütersloh. Seit 50 Jahren züchtet Hermann Niedergassel aus Holtkamp Schäferhunde, 500 Würfe sind dabei rausgekommen. Zwei seiner Hunde hat der 75-Jährige an den bekannten Boxer George Foreman verkauft, Erka und Mega vom Holtkämper See. Im September trifft Niedergassel den prominenten Hundeliebhaber aus den USA wieder - und vielleicht geht danach ein dritter Hund von Holtkamp nach Texas. Seinen ersten Schäferhund, Benno, bekam Niedergassel von Verwandten. Das war Anfang der 1960er Jahre, erinnert er sich. Mit Benno ging Niedergassel auch in den Verein für Deutsche Schäferhunde. "Alle waren von der ersten Minute an von ihm begeistert", sagt er heute. Irgendwann verkaufte Niedergassel Benno, kaufte sich später eine Zuchthündin. "Anke vom Holtkämper See" war die erste aus der Zucht. Für 60 D-Mark verkaufte er sie - um sie zwei Jahre später für 1.000 wieder zurückzukaufen, erzählt er. "Sie war einfach toll, jeder hier in der Gegend kannte sie", sagt er. "Sie war charakterstark und arbeitsfreudig." 24 Mal stellte er sie auf großen Schauen aus, 22 Mal gewann er mit Anke. Mittlerweile hat Niedergassel in jedem Wurf Spitzenhunde, sagt er. Dafür ist er bekannt - so sehr, dass vor 15 Jahren ein Mittelsmann auf ihn zu kam, der einen Hund für Ex-Boxer George Foreman von Niedergassel kaufen wollte. Niedergassel verkaufte. Bilder wurden zwischen Holtkamp und Texas hin- und hergeschickt, vor zehn Jahren trafen sich Hermann Niedergassel und Foremann dann das erste Mal auf einer Siegerprüfung für Schäferhunde in Meppen. "Ich habe mich brav in die Schlange der Autogrammjäger gestellt", sagt Niedergassel. "Aber Foreman kannte mich von den Bildern und kam sofort auf mich zu." In schlechtem Englisch und mit Händen und Füßen verstanden sich die beiden Kenner. Ein zweiter Hund von Niedergassels Hof ging nach Texas, vor zwei Jahren dann das zweite Treffen auf einer Ausstellung in Kassel. Danach kam Foreman auch auf den Hof Niedergassel nach Holtkamp. "Er wollte wissen, wo ich wohne", erinnert sich Niedergassel. Bei Kartoffelsuppe wurde gefachsimpelt, weiß Sohn Matthias Niedergassel noch ganz genau. Der 27-Jährige unterstützt seinen Vater bei der Zucht - und hält übers Internet den Kontakt mit Foreman aufrecht. "Ich bin da nicht so fit", sagt Niedergassel senior. "Wenn ich den Computer aus machen soll, ziehe ich den Stecker raus." Während seines Aufenthalts bekam der Junior, der in Gütersloh-Isselhorst eine eigene Praxis für Physio- und Schmerztherapie hat, den Boxer auch in die Hände. Einen so berühmten Sportler hatte er zuvor noch nicht massiert. "Das war schon was Besonderes." Im September steht die Siegerschau in Nürnberg an. Dann wird Hermann Niedergassel wieder auf George Foreman treffen.

realisiert durch evolver group