Party auch am Karfreitag: Wenn es nach dem Deutschen Städte- und Gemeindebund geht, wäre das bald bundesweit möglich. - © dpa
Party auch am Karfreitag: Wenn es nach dem Deutschen Städte- und Gemeindebund geht, wäre das bald bundesweit möglich. | © dpa

Osnabrück Kommunen gegen Tanzverbot am Karfreitag

Deutscher Städte- und Gemeindebund spricht sich für bundesweite Lockerung aus.

Anneke Quasdorf
02.04.2015 | Stand 02.04.2015, 18:36 Uhr

Osnabrück. Das Tanzverbot am Karfreitag soll gelockert werden, geht es nach dem Deutschen Städte- und Gemeindebund. Nötig sei eine „größere Anpassung an die gesellschaftliche Realität“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Deutschland sei nach wie vor ein vom Christentum geprägtes Land. Dem müsse der Staat auch durch die Feiertagsgesetze Rechnung tragen, sagte Landsberg. Aber er sollte dabei den Menschen nicht vorschreiben, wie sie zu feiern oder zu leben hätten. Es gehe darum, den Christen die Möglichkeit zu geben, diesen Tag in Stille zu begehen, ohne anderen ihre Lebensweise vorzuschreiben, erklärte der Kommunalvertreter. Insoweit könne auch eine Tanzveranstaltung in geschlossenen Räumen die Feiertagsruhe der übrigen kaum stören.Bremen und Berlin dürfen schon An den sogenannten stillen Tagen wie dem Karfreitag besteht in weiten Teilen Deutschlands ein Tanzverbot. Am stärksten wurde die Regelung bisher in Bremen und Berlin gelockert. Dort ist das Feiern nur bis 21 Uhr untersagt. Auch in Hamburg und Brandenburg ist die Regel weniger strikt und betrifft nur den Karfreitag und die frühen Morgenstunden des Samstags. Die stärksten Einschränkungen gelten in Hessen und Baden-Württemberg: Zwischen Gründonnerstag und Ostermontag gilt das Tanzverbot nahezu durchgängig. Die rot-grüne Landesregierung in Baden-Württemberg kündigte im vergangenen November an, das Verbot lockern zu wollen. Die schwarz-grüne Regierung in Hessen beharrt hingegen auf den aktuellen Regelungen. Gemeindebund-Hauptgeschäftsführer Landsberg kritisierte, das sogenannte Tanzverbot betreffe auch andere öffentliche Veranstaltungen wie beispielsweise Sportveranstaltungen. Dafür müssten die „Spielräume vor Ort erhöht werden“. Stärker zu beachten seien auch regionale Besonderheiten. Der Karfreitag werde in einem katholischen Dorf in Bayern anders begangen als in einem multikulturellen Stadtteil von Berlin oder einer anderen Großstadt. In OWL ist es bislang so, dass die Clubs und Discotheken am Karfreitag geschlossen bleiben. Das gilt zum Beispiel für das Stereo, das Café Europa und den Ringlokschuppen in Bielefeld, das Capitol und die Residenz in Paderborn und den GoParc und das X in Herford.

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