Starten Initiative: Julia Brunschön (26), Giannis Peiras (22), Maximilian Czirr (23), Christoph Joachim Matera (51), Jannis Reckerdrees und Geuney Özdemir (26). - © FOTO: SYLVIA TETMEYER
Starten Initiative: Julia Brunschön (26), Giannis Peiras (22), Maximilian Czirr (23), Christoph Joachim Matera (51), Jannis Reckerdrees und Geuney Özdemir (26). | © FOTO: SYLVIA TETMEYER

Bielefeld Überlebensspuren aus dem Dritten Reich

Schüler des Abendgymnasiums wollen Straße nach der Bielefelderin Johanne Peppmöller benennen

Sylvia Tetmeyer
31.01.2015 | Stand 30.01.2015, 21:11 Uhr

Mitte. "Johanne Peppmöller hat sich für Juden eingesetzt - und dabei Leben gerettet", berichtet Anja Schwengelbeck. Gemeinsam mit Michael Reckers startet die Deutsch- und Geschichtslehrerin am Abendgymnasium eine Initiative, die zum Ziel hat, eine Straße nach der Bielefelderin zu benennen. "Johanne Peppmöller ist ein Beispiel für Zivilcourage im Dritten Reich", betont Reckers. Der 65-jährige Pädagoge ist inzwischen pensioniert. Im vergangenen Jahr leitete er gemeinsam mit Anja Schwengelbeck eine Arbeitsgemeinschaft, in der es um die Novemberpogrome 1938 ging. Der Sohn des Ausschwitzüberlebenden Daniel Hoffmann stand damals für ein Interview zur Verfügung. Die AG-Teilnehmer Julia Brunschön, Christoph Joachim Matera, Nils Florian Wallmeyer und Jacqueline Linhart bereiteten die Fragen vor und erstellten eine Powerpoint-Präsentation. "Überlebensspuren aus dem Dritten Reich - auf Paul Hoffmanns jüdischem Lebensweg gemeinsam mit seinem Sohn Daniel", lautete der Titel. Paul Hoffmann war im Arbeitslager Schlosshof interniert. Dort lernte er Lotte Windmüller, die Pflegetochter von Johanne Peppmöller, kennen. Das Paar verlobte sich. Zwar konnte die couragierte Bielefelderin die Deportation des jüdischen Mädchens hinauszögern, im März 1943 mussten Lotte Windmüller und Paul Hoffmann jedoch in den Zug nach Auschwitz steigen. Wie es seinem Vater gelang das Konzentrationslager zu überleben, darauf hat sein Sohn Daniel nie eine Antwort bekommen. Mit Unterstützung von Johanne Peppmöller baute dieser sich jedoch in den 50er Jahren ein eigenes Leben auf. "Wir finden es angebracht zu probieren, ob wir eine Straße nach Johanne Peppmöller benennen können", sagt Christoph Joachim Matera. Nicht zuletzt zeige man damit, dass es auch Deutsche gegeben habe, die sich für Menschenrechte eingesetzt hätten. Als nächstes soll nun eine Unterschriftensammlung gestartet werden. "Ich fände es toll, wenn sich noch mehr Mitstreiter für das Vorhaben begeistern könnten", sagt Anja Schwengelbeck. Die Liste solle dann im Bezirksamt abgegeben werden. "Das ist ja auch ein Politikum", meint die 41-Jährige. Ziel sei, das Wirken dieser couragierten Frau bekannter zu machen. Wer an der Unterschriftensammlung teilnehmen und die Initiative unterstützen möchte, meldet sich im Schulsekretariat, Gutenbergstraße 19. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 9.45 bis 12.45 Uhr und von 14.15 bis 17.45 sowie freitags von 12.15 bis 17.45 Uhr. Informationen unter Tel.: (05 21) 51-39 17 oder: abendgymnasium@bielefeld.de

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