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Bielefeld/Gütersloh Claas Guss schließt Werk in Bielefeld

Unternehmenssitz wird nach Gütersloh verlegt

06.07.2014 | Stand 06.07.2014, 20:16 Uhr

Bielefeld/Gütersloh. Die traditionsreiche Gießerei Claas Guss GmbH zieht die Notbremse und verlässt Bielefeld. Produktion und Verwaltung würden nach Gütersloh verlegt, teilte das Unternehmen mit, dessen Minderheitsgesellschafter der Landmaschinenhersteller Claas KGaA in Harsewinkel ist. Betroffen sind in Bielefeld 140 Beschäftigte. "Unser Ziel ist es, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten", sagte Geschäftsführer Karlheinz Kalze. Wie viele Stellen am Ende abgebaut werden, sei noch unklar. Die Gespräche mit dem Betriebsrat dauerten an. Nach Verlusten in den vergangenen Jahren und monatelanger Kurzarbeit müsse jetzt gehandelt werden, betonte Kalze. Das 1890 gegründete Unternehmen, das eine lange Tradition als Kundengießerei hat, habe auch im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Der Umsatz schrumpfte nach seinen Angaben 2013 um 10 Prozent auf 67 Millionen Euro. Kalze: "Wir sind fest entschlossen, dass Unternehmen wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen und auf eine zukunftsfähige Basis zu stellen." Das Unternehmen beschäftigt derzeit an bundesweit vier Standorten rund 480 Mitarbeiter. Claas Guss werde die ostwestfälische Produktion am Standort Gütersloh konzentrieren und Produktion und Verwaltung von Bielefeld nach Gütersloh verlagern, erläuterte der Geschäftsführer. Wie geplant werde der Standort Gütersloh in den kommenden Jahren stark ausgebaut. Allein für Modernisierungsmaßnahmen sollen in den nächsten fünf Jahren 10 Millionen Euro investiert werden. Die Betriebsstätte Bielefeld werde aufgegeben. Damit reagiere das Unternehmen auf die großen Überkapazitäten in Deutschland und Europa sowie den hohen internationalen Preisdruck aus Südeuropa und Asien. Rund 50 bis 60 Arbeitsplätze aus Bielefeld sollen nach seinen Angaben nach Gütersloh verlegt werden. Darüber hinaus würden betroffenen Mitarbeitern Arbeitsplatzangebote an den beiden Gießereistandorten in Bad Saulgau (Baden-Württemberg) und Nortorf (Schleswig-Holstein) gemacht. Auch die Claas Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH in Harsewinkel wolle möglichst vielen Beschäftigten ein Angebot machen, obwohl Caas Guss nicht zum Harsewinkeler Claas-Konzern gehöre. In den beiden Werken in Bad Saulgau und Nortorf sind nach Angaben des Geschäftsführers derzeit keine Veränderungen geplant.

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