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Bielefeld Erinnerung an Niklas Luhmann

Wissenschaftspreis geht an Professorin Lorraine Daston aus Berlin

Von Thomas güntter
15.05.2014 | Stand 14.05.2014, 23:28 Uhr
Lorraine Daston ist die Preisträgerin des Bielefelder Wissenschaftspreises. Im Hintergrund der Physiker Max Planck.
Lorraine Daston ist die Preisträgerin des Bielefelder Wissenschaftspreises. Im Hintergrund der Physiker Max Planck.

Bielefeld. Der Bielefelder Wissenschaftspreis, der dem Gedenken an den großen Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann gewidmet ist, geht in diesem Jahr an die Wissenschaftshistorikerin Lorraine Daston (63) aus Berlin. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Stiftung der Bielefelder Sparkasse vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Die Jury zeichnet damit eine der weltweit führenden Vertreterinnen des Fachs Wissenschaftsgeschichte aus. Der Rektor der Bielefelder Universität, Professor Gerhard Sagerer, erklärte gestern: "Die Jury aus acht Mitgliedern hat sich ganz schnell und ohne lange Diskussionen für Lorraine Daston entschieden." Der Preis wird übereicht am Dienstag, 4. November, in der Bielefelder Kunsthalle. Die Laudatio hält Professorin Kärin Nickelsen von der Uni München.
Die gebürtige Amerikanerin Lorraine Daston studierte in Harvard und Cambrigde, promovierte in Harvard und hatte verschiedene Professuren inne. Zunächst in Harvard, dann in Princeton, Brandeis, Göttingen und Chicago. Seit 1995 ist sie Gründungsdirektorin des neuen Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin und leitet dort heute die Abteilung "Ideale und Praktiken der Rationalität".

Ihr wissenschaftliches Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Sie ist Mitglied mehrerer renommierter Wissenschaftsakademien in Deutschland, Großbritannien und den USA. Sie forscht in erster Linie zur Geschichte der Wissenschaften in der Frühen Neuzeit und im Zeitalter der Aufklärung. Ihr Ansatz, der quer zu den herkömmlichen Einteilungen des Faches liegt, hat dazu beigetragen, die Wissenschaftsgeschichte grundlegend zu verändern und für ungewöhnliche Zugänge zu öffnen.

Außerdem haben ihre Arbeiten das Fachgebiet in den letzten Jahrzehnten maßgeblich mitgeprägt. Eines ihrer zentralen Bücher aus dem Jahr 2007 heißt "Objektivität".

Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit wirke sie in außergewöhnlicher Weise als gleichsam sachkundige wie inspirierende und engagierte Begleiterin des wissenschaftlichen Nachwuchses. Lorraine Daston ist mit dem Psychologen Gerd Gigerenzer (66) verheiratet.

Beratende Mitglieder der Jury sind Oberbürgermeister Pit Clausen und Sparkassenchef Dieter Brand.

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